Wohnhaus

Gilbachstr. 7, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1889 inschriftliche Datierung (Maueranker)


  • drei Geschosse, Giebelgeschoss später erweitert
  • Backsteinfassade
  • Stil: Niederländische Neo Renaissance

 

Das Haus war ursprünglich, wie mehrere Nachbarbauten, wohl als Einfamilienhaus geplant.

Fassade

Die Stuckbossierung, der getreppte Giebel und vor allem

  • der zierliche zu den Seiten hin abgeschrägte Giebel
  • der zierliche zu den Seiten hin abgeschrägte Erker im zweiten Obergeschoss

sind wesentlicher Teil der stilistischen Formensprache.

Dazu gehört auch die original erhaltene Haustüre, die mit reichem Stuck im Stil der Neorenaissance bekrönt wird. Die Fenster wurden größtenteils original-ähnlich erneuert.

Im Innern 

  • Eingangshalle mit reichem gründerzeitlichen Ausbau:
  • Differenzstufen in weißem und schwarzem Marmor bis ins Hochparterre
  • aufwendige Holztreppe mit Balustergeländer (der Engelskopf des Antrittspfostens ging verloren)
  • relativ original erhaltene Obergeschosse

 

Das Hochparterre wurde weitgehend modernisiert, erhalten blieben dort der originale Fliesenbelag auf der Gartenterrasse, sowie einige Stuckleisten, der Parkettboden und die Türen mit Türgewände.

Im Obergeschoß wurde überwiegend originaler Deckenstuck angetroffen.

Zum Garten hin liegt im Erdgeschoß eine ehemalige Werkstatt mit darüber gebauter Terrasse. Schützenswert sind hier die originalen Eisengitter, die sich auch in den überwiegend noch original erhaltenen Einfriedungen des Gartens erhalten haben. Die Verbindung mit dem ab 1827 entstandenen Stadtgarten ist für das Haus wesentlich.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Gilbachstr. 7 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) anstelle der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte.

Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe. Mit der Spichernstr. zählt die Gilbachstraße zu den Anliegerstraßen des Stadtgartens und damit zu den ehemals herrschaftlichen Wohnbereichen der Neustadt. Das o. g. Objekt zeigt mit seinen Nachbarbauten von Nr. 5 - 15, die im Kriege nicht zerstört wurden, noch deutlich die Stilelemente des bürgerlichen Historismus, der auch die Formensprache der Neustadt bestimmt. Zusätzlich ist der architektonische Reichtum und Anspruch bedeutend, dessen handwerkliche Perfektion und Gestaltungswille bleibenden Ausdruck gefunden haben.

Referenz: 4037


Das Denkmal hat die Nummer 4272 und ist seit dem 18. September 1987 geschützt.

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