Wohnhaus

Lütticher Str. 66, 50674 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1895


  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

  • viergeschossiger Erker mit beidseitig angrenzenden Balkonen
  • strenge Gliederung
  • sparsame Dekorelemente

 

  • Gliederung durch
  • Fugenschnitt
  • Sohlbankgesimse
  • Traufgesims
  • verschiedenartige Fensterrahmungen
  • profiliert gerade
  • in den Ecken geschweifte
  • stichbogige
  • Im Erdgeschoss und im vierten Obergeschoss wird die Rahmung durch Keilsteine betont.
  • Das Brüstungsfeld des Erkers im ersten Obergeschoss ist mit geometrischen Aufsätzen dekoriert.

 

Inneres

Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten:

  • inkrustierter Terrazzoboden mit Einlegearbeit
  • zum Teil Deckenstuck in den Wohnungen (zum Beispiel im ersten Obergeschoss)
  • Buntglasfenster im Treppenaufgang.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Friesenwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Lütticher Straße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen. Das Grundkonzept der Architektur entspricht der von wohlhabenden Bürgern bevorzugten Wohngegend des sog. Belgischen Viertels. Entsprechend wurde der Straßenraum durch Vorgärten ungewöhnlich breit angelegt, wodurch die meist 4-geschossigen, mit Souterrain und Giebelgeschoß ausgestatteten Gebäude eine entsprechend eindrucksvolle Gestaltung erfuhren. Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbarer Teil eines zusammengehörigen architektonisch fast gleich gestalteten Doppelhauses. Mit dem Haus Nr. 53 dokumentiert das Objekt die einzige historische Bebauung zwischen Brüsseler- und Moltkestraße.

Referenz: 5904


Das Denkmal hat die Nummer 4250 und ist seit dem 11. August 1987 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
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