Wohnhaus

Adolf-Fischer-Str. 8, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1888/89


  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit aufwändiger Stuckgliederung
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

Das Gebäude ist spiegelgleich mit der Hausnummer 10.

 Die Fassade ist an der übergiebelten rechten Außenachse plastisch ausgeformt durch einen Erker im ersten Obergeschoss mit Balkonaufsatz (verändert) sowie einem Zierbalkon mit Blendbalustern im dritten Obergeschoss. Darüber liegt ein an den Mauerkanten rustizierter Blendgiebel mit im Dreieck gerahmter Rosettenbekrönung, Voluten und Putzbändern.

Die Fassade wird gegliedert durch

  • gekröpfte Gesimse
  • gerade Konsolgesimsverdachung der Fenster
  • ein breites Konsoltraufgesims

 

Fensterbrüstungs- und Bekrönungsfelder sind mit floralen Dekorelementen und kleinen Engelsmasken ausgestattet. Die Fensterrahmung ist teilweise mit geometrischen Aufsätzen

  • rund
  • flach
  • rechteckig
  • Diamantquader

betont.

Die Portalzone auf der linken Außenachse ist durch pilasterartige Pfeilervorlagen, Gesimse und ein kreisförmiges, profiliertes Oberlichtfenster hervorgehoben.

Im dritten Obergeschoss ist eine weibliche Maske auf einer mit Rollwerk u. a. Dekor verzierten Wappenform angebracht. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Inneres

Die historischen Ausstattungsteile im Innern des Hauses entsprechen der aufwendigen Fassadengestaltung:

  • Marmordifferenzstufen
  • farbige Fußbodenfliesen mit Marmorrahmung
  • an Arkaden erinnernde lisenenartige Wandpfeiler mit Rundbögen und Stuckverzierungen
  • Deckenrahmung
  • ein zum Treppenaufgang führender Stützbogen mit Stuck
  • Holztreppe
  • Wohnungstürabschlüsse (Kassettenfüllungen mit Sichtfenster).

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann Josef Stübben (1845-1936) 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen der alten Stadtmauer und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Otto-Fischer-Straße, zwischen Gereonswall und Hansaring gelegen, entstanden vornehmlich Bauten für Kölner Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen. Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbares, symmetrisch angelegtes Pendant zum Haus Nr. 10, das in Verbindung mit dem Eckhaus Hansaring 34 das ehemalige Erscheinungsbild dieser zum Ring führenden Straße repräsentiert.

Referenz: 0064


Das Denkmal hat die Nummer 4179 und ist seit dem 24. Juni 1987 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
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