Wohnhaus

Hansaring 37, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1888


  • fünf Geschosse, Souterrain
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit Werksteingliederungen
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

Baugeschichtlich bezeugt das traufständige Reihenhaus das Bemühen um die Anpassung des für Köln so typischen schmalen Dreifensterhauses an die neuen Bedürfnisse. Der zweistöckige Erker mit Balkonaufsatz in der Mittelreihe und die folgenden verdoppelten Fenster deuten die traditionelle klassizistische Symmetrie an.

Eine Backsteinfassade aus gelbem Backstein mit Werksteingliederungen erhebt sich über einem Sockelbereich  aus Werkstein mit

  • Souterrain
  • Hochparterre
  • breitem Brüstungsbereich unterhalb der Fenster des ersten Obergeschosses

als tragendes Element der übrigen Fassade.

Das Attikageschoss als oberer Abschluss der Fassade ist wiederum ganz aus Werkstein gefertigt.

Bauelemente im Sinne des Stils der Fassade (Neo Renaissance) sind

  • das schmale Portal in der linken Achse
  • die Rustika-Quaderteilung des gehobenen Erdgeschosses
  • die Anwendung von Säulenrahmung
  • die linienartige Fensterbeschmückung der drei Hauptgeschosse
  • unterstrichen noch waagerecht von 5 Brüstungsgesimsen

 

Die prachtvolle Ornamentik der Attikazone unter dem besonders betonten Kranzgesims weisen das Streben nach der Beheimatung der allgemein üblichen Stilsprache vor.

Inneres

Im Hausinnern sind bemerkenswert

  • die bis in die Kellerzone führende steile Holztreppe mit
  • schön gedrechselten Antrittspfosten
  • Geländerstäben
  • Leisten usw
  • An einzelnen Treppenabsätzen sind noch die erstaunlicherweise gut erhaltenen Fenster zum Hoftrakt zu bewundern.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Ojbekt ein Zeugnis der nach 1881 ausgeführten Stadterweiterung Kölns, wobei die einheitlich geplante Ringstraße das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten urbanistischen Neugründung war. Der 6 Kilometer lange Prachtboulevard war von seinen Planern, dem Aachener Architekten Karl Henrici (1842-1927)und dem Kölner Stadtbaumeister Hermann Josef Stübben (1845-1936) als eine "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung angelegt.

Der Bau des Hansaringes erfolgte im wesentlichen in den Jahren 1887 - 1890. Auch hier waren repräsentative Bauten, in denen - nach Kölner Tradition - nur eine Familie wohnte, bevorzugt. Die Einmaligkeit der meisten dieser stilvollen Häuser, in denen sich eine Epoche der Kulturgeschichte und des Städtebaus selbst darstellte, hat sich im Laufe der Jahre durch die folgenden Umbauten und Zerstörungen des zweiten Weltkrieges noch weiter erhöht.

Städtebaulich bildet das auch als Gewerbe- und Geschäftshaus angelegte Wohnobjekt ein Ensemble rechts der Häuser Nr. 41 und 43, links mit dem Haus Nr. 33. Die zweistöckige Erkerbetonung des danebenliegenden Gebäudes (Nr. 35) übernimmt und verdoppelt den Rhythmus der ganzen Straßenreihe. Das architektonische Zusammenspiel mit dem gegenüberliegenden Gereonswall- Ensemble bewahrt das ursprüngliche Erscheinungsbild der ganzen Ringstraße und ermöglicht es, die einmalige Geschichte der Kölner Gründungswelle um die Jahrhundertwende bis heute noch voll erlebbar zu machen.

Referenz: 4440


Das Denkmal hat die Nummer 4125 und ist seit dem 4. Mai 1987 geschützt.

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