Hofanlage Fettenhof

Venloer Str. 1203, 50829 Köln - Bocklemünd/Mengenich
Errichtet: Ende 19. Jahrhundert;


 geschlossene Hofanlage, bestehend aus

  • Wohnhaus und
  • heute weitgehend umgenutzten Wirtschaftsgebäuden

 

Einfahrt an der Venloer Straße

Wohnhaus:

  • zwei Geschosse,
  • ausgebautes Satteldach;
  • Backsteinfassaden mit sparsamen Gliederungen.

 

Daran anschließend Pferde- und Fohlenstallgebäude (heute Tagungsraum):

  • ein Geschoß,
  • Backsteinfassade,
  • Satteldach;

 

Im Inneren über dem Pferdestall Kappendecke mit Eisenunterzügen, die auf runden Gußsäulen ruhen.

Jeweils rechtwinkelig daran anschließend:

  • Kuhstall,
  • Hofscheune,
  • Schweitzerwohnung (heute in Wohnräume bzw. Werkstatt umgebaut),
  • mit Backsteinfassaden und Satteldächern.


Südlich und westlich der Hofgebäude Wiesengelände.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Fettenhof, auch Maximinen- oder Jungfrauenhof genannt, ist eine der wenigen, noch erhaltenen, großen Hofanlagen der 1888 zu Köln hin eingemeindeten, ehemaligen, ländlichen Ansiedlung Bocklemünd. Er wird bereits ab 1170 urkundlich erwähnt und gehörte dem Kloster St. Maximin in Köln. Zur Zeit der Säkularisation wurde er wie alle klösterlichen Besitzungen enteignet.

Der Name des Hofes wird wie folgt gedeutet: "Fetten" genannte Stäbe dienten früher vielfach zur Absperrung von Gerichts- und Versammlungsstätten. Als "Hof" bezeichnete man den zuständigen Oberhof, auf dem Zusammenkünfte, Verhandlungen und Gerichtssitzungen stattfanden. Es ist somit nicht auszuschließen, daß auf dem mit Fetten eingefriedeten "Fettenhof", als wohl ältestem Hof, Gerichtsverhandlungen stattgefunden haben, was den Stellenwert des Objektes sowohl in orts- als auch sozialgeschichtlicher Hinsicht erhöht.

Auch nach der in jüngerer Zeit vorgenommenen Umnutzung präsentiert sich der Komplex als geschlossene Hofanlage, die das Erscheinungsbild der ehemals dominierenden dörflichen Bebauung verständlich macht und ebenso in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbarfen Dokument wird.

Referenz: 8921


Das Denkmal hat die Nummer 390 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Hofanlage Fettenhof> bearbeiten
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Unknown_user

Anonym  sagt: "Luftbild - örtliche Zuordnung"

Das zum Fettenhof verlinkte Luftbild gehört zum Haus "Casa Usera", das sich neben der Kirche St. Johannes v.d. lat. Tore befindet.

Geschrieben: vor mehr als 10 Jahre