N.N

Florastr. 1, 50733 Köln - Nippes

errichtet 1902-1904

Architekten Gallus Brantzky (?-?)

  • Wohn- und Geschäftshaus
  • fünf Geschosse
  • fünf Achsen
  • Mansarddach

 

Als konstruktiver Teil des Baukerns verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Von Bedeutung ist seine im Jugendstil ausgeführte baukünstlerische Gestaltung, die besonders an der Straßenfassade zur Geltung kommt.

Über dem als Ladenzone mit großen Fenstern ausgebauten Erdgeschoß sind die Obergeschosse streng axial gegliedert, wobei die Außenachsen durch turmartige Erker betont werden. Die Fassade erhält in den von Geschoß zu Geschoß in der Form sich ändernden Fenster (z. T. noch mit originalen Fensterrahmen) ihre charakteristische Note, wobei die dreiteiligen Mittelpartie-Fenster im zweiten und dritten Obergeschoß von einer gemeinsamen Rahmung zusammengefaßt wurden. Die Zusammenfassung dieser Geschosse wird unterstrichen von der pilasterartigen Ausbildung der Mauerpfeiler, die in der Frieszone abwechselnd von einem Männer- und Frauenkopf geschmückt sind. Maueranker (erneuert) und Dreieck-Ornamente sind weitere Schmuckdetails der Mauerpfeiler.

Weitere Ansatzstellen für Bauzier in liniaren, geometrischen oder vegetabilischen Mustern sind die Brüstungsfelder bzw. die Mauerflächen über oder neben den Fensterbögen. Als wesentliches, die Fassade gliederndes und belebendes Element dient der Wechsel des Baumaterials

  • Werkstein/Erdgeschoß und erstes Obergeschoß
  • Putz/zweites und drittes Obergeschoß
  • Schiefer/viertes Obergeschoß und Dach),

 

wodurch die Straßenfront in drei Zonen eingeteilt wird.

Im Innern belegen die historische Ausstattung u. a.:

  • Wand- und Deckenstuck im Hausflur;
  • Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten;
  • Stuck-Decken in den Wohnungen.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist ein wichtiges ortsgeschichtliches, städtebauliches und baukünstlerisches Zeugnis des Kölner Vorortes Nippes. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Ecke Florastraße/Neußer Straße kurz nach der Jahrhundertwende und somit eine in der Stadtlandschaft von Nippes ortsgeschichtlich wichtige Stelle. Als Nachfolgebau einer älteren, an dieser Stelle schon mehrmals gewechselten Bebauung markiert es entscheidend den städtebaulichen Wandel an der ehemaligen alten Dorfachse der Ortschaften Mauenheim - Nippes.

Städtebaulich behauptet das zwischen zwei Hochhäusern eingezwängte Haus in seiner Bauqualität die exponierte Eckstelle Florastraße/Neußer Straße. Es bestimmt mit dem Denkmalgebäude Nr. 295 durchaus das Erscheinungsbild des im Mittelpunkt von Nippes gelegenen Straßenraumes.

Referenz: 3678


Das Denkmal hat die Nummer 3653 und ist seit dem 9. Juli 1986 geschützt.

Denkmal <N.N> bearbeiten
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