Wohnhaus

Gilbachstr. 5, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1889/90


  • vier Geschosse, hofwärtiges Seitenhaus
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederung
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

Als Ordnungs- und Gliederungsmittel treten in Erscheinung:

  • strenge Fensteraxialität
  • klare Geschoßgliederung durch Gesimse
  • asymmetrische Ordnung
  • Betonung der rechten Achse durch
  • flachen Risalit
  • Erker mit Balkonabschluß
  • Balkon

 

Der Baudekor besteht in

  • der kräftigen Rustizierung des Erdgeschosses
  • der portalartigen Fassung des Eingangs durch Pilaster und Architrav
  • der aufwendigen Rahmung und teilweisen Verdachung der Fenster
  • erstes Obergeschoß: ionische Pfeiler und Giebelbekrönung
  • zweites Obergeschoß: schuppenartig ornamentierte Fensterrahmung bzw. -kreuzstöcke, Konsolgesimse
  • drittes Obergeschoß: Ohrenrahmung und gleiche Ornamentierung der Kreuzstöcke wie im zweiten Obergeschoß)

 

Die Hauswand erhält durch einen Rosettenfries dekorativen Abschluß. Einige Fensterrahmen sowie das Balkongitter/drittes Obergeschoß belegen als Originalteile die ursprüngliche ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

 

Städtebaulich wichtig ist das Haus als Bestandteil einer größeren Gruppe historischer Gebäude (Nr. 5 bis 15), die im Verein mit den Altbauten Nr. 27, 29 a und 18 bis 34 ein Denkmalenselble bilden, das den Charakter der Gilbachstraße maßgeblich bestimmt.

 

Das Haus ist ein orts- und baugeschichtliches sowie städtebauliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der im "Westend" der Neustadt gelegenen Gilbachstraße.

Baugeschichtlich gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschossgliederung und Geschosshöhe des Hauses.

In ihrer Anlage gilt die 1881 gegründete Neustadt als die bedeutendste Stadterweiterung des 19. Jh. im Rheinland. Diese für Köln so wichtige Entwicklungsstufe veranschaulicht die Gilbachstraße exemplarisch in ihrer stadtplanerischen Ausführung und mit ihren historischen Bauten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 4036


Das Denkmal hat die Nummer 3613 und ist seit dem 6. Juni 1986 geschützt.

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