Turm des Richmodishauses und Fassadenreste

Neumarkt 8-10, 50667 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: 1928/29


 Architekt: Paul Bonatz (1877-1956)

Werksteinfassade

Teil des im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Richmodishauses, hoher schlanker Turm auf achteckigem Grundriß, oberer Abschluß mit Fensteröffnungen und gußeisernem Brüstungsgitter des Vorgängerturms aus dem 19. Jh., zwei geschnitzte Pferdeköpfe am oberen Fenster, über der Sockelzone angebrachte Bronzetafel zum Gedenken an Max Bruch,  Erdgeschoss weitgehend verändert. Bestandteil des Denkmals ist auch der anschließende dreiachsige Fassadenrest (zur Richmodstraße) mit Werkstein (Erdgeschoss und oberer Abschluß verändert) sowie der an der anderen Seite des Turms anschließende Rest des Kordongesimses.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die noch erhaltenen Gebäudereste des ehem. Richmodishauses gehören als unverzichtbarer Bestandteil zum dem Teil der Kölner Altstadt, der den Zweiten Weltkrieg überdauert hat. Mit dem Gebäude verbindet sich eine reiche stadtgeschichtliche Tradition. Der Hausname geht zurück auf eine alte Kölner Sage, die der Volksmund auf die Vorgängerbauten bezog. Das Büro- und Geschäftshaus von Bonatz entstand in der Nachfolge eines klassizistischen Baus (um 1835 von Joseph Felten; Geburtshaus von Max Bruch), in dem noch Reste des Nicasiushofs (16. Jh.), u. a. der 28 m hohe achtseitige Turm vorhanden waren. In Anlehnung an diesen Turm erhielt auch der Quertrakt des von Bonatz erbauten Richmodishauses einen Eckturm. Noch heute setzt er eine markanten städtebaulichen Akzent und veranschaulicht zusammen mit dem noch erhaltenen Fassadenteil das historische Erscheinungsbild an dieser Seite des Neumarkts.

Referenz: 6608


Das Denkmal hat die Nummer 3421 und ist seit dem 29. Januar 1986 geschützt.

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