Palatium/ Geschäftshaus

Schildergasse 1-5, 50667 Köln - Altstadt-Nord weitere ...

 

Architekt: Wilhelm Kreis (1873-1955)

  • vier Geschosse, Giebelgeschoss
  • Achsen
  • Werksteinfassade (verblendet)

 

Fassade

Seine baukünstlerische Gliederung besteht in der Zusammenfassung

  • von Erdgeschoss und erstem Obergeschoss durch Mauerbögen
  • von zweitem und drittem Obergeschoss durch Halbsäulen im Sinne einer Kolossalordnung

 

Ein kräftiges vorladendes, friesgeschmücktes Dachgesims bildet den die Fassaden zusammenfassenden Gebäudeabschluss.

Die Dachregion wird belebt  an der

  • Gürzenichstr. durch ein giebelbekröntes Dachhaus, das beidseits von Standfiguren flankiert wird
  • Schildergasse durch einen amphorentragenden Dachausbau

 

Die Eckpunkte des Gebäudes sind als "Point de vue" in Form halbrunder Türme ausgebildet. Diese Ecktürme besitzen die wichtige Funktion von Gelenken, die in fließender Linie zwischen den Straßenfronten vermitteln.

Das ins Dach hineinragende Turmrund wird von Gehängereliefs betont.

 

Das Geschäftshaus ist bedeutend für die Orts- und Baugeschichte von Köln. An exponierter Stelle - Hohe Straße, Schildergasse, Gürzenichstraße - stehend, dokumentiert es in seiner Erscheinung die Bebauung dieses innerstädtischen Bereichs um 1912 als Folge eines Straßendurchbruchs (Gürzenichstr.) in Richtung Schildergasse. Der von dem Düsseldorfer Architekten Wilhelm Kreis (1873-1955) stammende Geschäftsbau "Palatium" setzt in der Namensgebung eine Ortstradition fort, indem die Bezeichnung eines bereits im Hochmittelalter erwähnten, an der Ecke Hohe Str./Schildergasse stehenden Hauses übernommen wurde.

Die Wandlung des mittelalterlichen Straßenbilds und die Prägung der Gegend zum reinen Geschäftsviertel durch den um 1909 begonnenen Straßendurchbruch verdeutlicht das Gebäude augenscheinlich in Grund- und Aufriss. Der verbliebene Baugrund besaß die Form eines unregelmäßigen Dreiecks, das auch die Gestalt des Baukörpers bestimmte. etont.

Die städtebaulich bedachte Anpassung des Baukomplexes an die Straßenführung zeigt sich in der teils mehrfachen Abknickung der Gebäudeflucht an der Schildergasse bzw. auch Hohe Str. oder auch an der feinen, kaum wahrnehmbaren konkaven Fassadenschwingung an der Gürzenichstr. Mit dem Kaufhof (ehem. Warenhaus Tietz; 1914 erbaut durch Wilhelm Kreis) bildet das "Palatium" ein Gebäudeensemble, das den Geschäftshausstil vor dem Ersten Weltkrieg verkörpert und somit eine Bauphase, die entscheidend das innerstädtische Straßenbild beeinflußte.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 4796


Das Denkmal hat die Nummer 3394 und ist seit dem 13. Januar 1986 geschützt.

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