Wohnhaus

Geldernstr. 12, 50739 Köln - Bilderstöckchen
Errichtet: 1905


  • vier Geschosse, Giebelgeschoss
  • fünf Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederung und Fliesen
  • Stil: Jugendstil

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist ein ortsgeschichliches, baukünstlerisches sowie städtebauliches Zeugnis des Kölner Statteils Bilderstöckchen. In seiner Erscheinung dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der Geldernstraße im Jahr 1905. Die Erschließung des Geländes jenseits der Bahnlinie Köln-Neuss von Nippes aus in Richtung Ehrenfeld wurde gefördert durch vorausgehenden Industiebau (u. a. Schlachthof Neuehrenfeld). Der Industriebau zog den Wohnungsbau nach, wofür oben erwähntes Haus als frühes Beispiel anzusehen ist. Das unmittelbar nach der Bahnstraße gelegene Gebiet wurde später verwaltungsmäßig dem neuen Stadtteil Bilderstöckchen eingegliedert.

Fassade

Als konstruktiver Teil des Baukerns verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Von Interesse ist seine in den Formen des Jugendstils gehaltene Baugestaltung, die sich besonders an der Straßenfassade, einer Putzfassade mit detailreicher Gliederung in Stuck und Fliesen, zur Geltung gelangt. Die Fassade ist streng axial aufgebaut, durch Gesimse vertikal gegliedert und symmetrisch geordnet. Die Symmetrieachse betont ein über die Obergeschosse reichender Erker mit Giebelbekrönung.

Über dem rustizierten Erdgeschoss sind die Mauerpfeiler der Obergeschosse mit angedeuteter Basis und kapitellähnlichen Abschlüssen wie Pilaster behandelt. Die Pfeilerflächen zeigen im ersten Obergeschoss eine Putzquaderung mit eingelegten Fliesen, im zweiten/dritten Obergeschoss eine Fliesenverblendung, wodurch diese Geschosse optisch zusammengefaßt werden. Der Erker ist durchgängig mit Putzquaderung strukturiert. Brüstungs- und Sturzfelder der Fenster sowie Giebelfeld sind mit geometrischen und vegetabilen Formen geschmückt.

Städtebaulich bildet das Haus einen stattlichen Blickfang aus der Richtung Kaiserswerther Str. Unter den zeitgleichen, aber modernisierten Nachbarbauten ist es das einzige Beispiel, das in seiner Beschaffenheit die ursprüngliche Straßensituation nacherlebbar macht.

Referenz: 3915


Das Denkmal hat die Nummer 3361 und ist seit dem 6. Dezember 1985 geschützt.

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