Wohnhaus

Storchenweg 13, 50829 Köln - Vogelsang

errichtet um 1936 oder etwas später

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Von historischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist das um oder nach 1936 errichtete freistehende Einfamilienhäuschen als Bestandteil der seit 1932 erbauten Wohnsiedlung Vogelsang. Vorwiegend waren es infolge der Weltwirtschaftskrise arbeitslos gewordene Arbeitnehmer und kinderreiche Familien, die hier auf zumeist städtischen Grund mit staatlicher (Vor-)Finanzierung und unter der Trägerschaft der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG in Selbsthilfe eine stattliche Zahl von freistehenden Wohnhäusern erbauten und im Mietkaufsystem übernahmen. Die Häuser waren von großen Gärten (600 bis 800 qm) umgeben, die den sog. Siedlerstellen mit Obst- und Gemüsebau sowie Kleintierhaltung zur weitgehenden Selbstversorgung verhelfen sollten. Das Siedlungsprogramm war eine umfassende Maßnahme der Arbeits- und Wohnraumbeschaffung in einer wirtschaftlich kritischen Zeit. Es wurde im Dritten Reich bis 1937 fortgeführt.

Das kleine eingeschossige, von einem ausgebauten Satteldach gedeckte Typenhaus - entstanden aus den Schemaplänen einer Architektengruppe der GAG - ist eines von mehreren formidentischen Häusern des Storchenwegs. Vermutlich ist es wie viele andere Häuser der Siedlung absolut kostensparend aus Hochofenschlacke, Sand und Zement im verputzten Gußmauerwerk errichtet und bereits eingerichtet vermietet worden. Fenster sind erneuert, die Haustür, rückwärtige Anbauten und Schuppen neu.

Städtebauliche Bedeutung hat das Haus als Teil einer nahezu vollständig erhaltenen Stadtrandsiedlung, einheitlich auf dem Reißbrett entstanden, mit einer dem Gelände angepaßten Wegeführung, eigener Infrastrktur (Geschäfte, Schule, Kirche usw.) und zentralem Marktplatz. Eine künstliche, unabhängige Kleinstadt am Rande der überbevölkerten Großstadt Köln.

Referenz: 8398


Das Denkmal hat die Nummer 3328 und ist seit dem 18. November 1985 geschützt.

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