Wohnhaus

Münsterer Str. 1-7, 51063 Köln - Mülheim
Errichtet: 1894


 Eckhaus zur Düsseldorfer Str.

  • drei Geschosse
  • eine Achse zur Münsterer Straße, drei Achsen zur Düsseldorfer Str.
  • allseits Backsteinfassaden(gelb) mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassaden

freistehendes Haus auf annähernd quadratischem Grundriß,

  • Sockelgeschoß rustiziert
  • Obergeschosse durch schmale Gesimsbänder bzw. die breite Hauptgesimszone gegliedert
  • Süden
  • an der Eingangsseite (Südfassade) wandhoher rustizierter Risalit mit wuchtiger Türverdachung auf Volutenkonsolen (Löwenmasken und Palmetten)
  • sowie einem durch alle Geschosse reichenden Rundbogenfenster mit eingestellter Ädikula (mit Eule) auf massivem Pfostengitter
  • Norden
  • Hausfront mit ähnlichem, hier durchfenstertem Risalit
  • Westen
  • drei Achsen
  • risalitartige Wandvorlage in der nördlichen Achse
  • dort auch Fenster der Beletage mit klassizistischer Verdachung
  • im Erdgeschoss Rundbogenfenster
  • übrige Fenster mit Stuckrahmung
  • Osten
  • drei Achsen
  • alle Fenster mit Rundbogenabschluß
  • später angefügter Wintergarten mit aufgesetztem orig. Balkon (orig. Bleiverglasung)
  • Terrasse
  • Fenster weitestgehend verändert,
  • Haustür original.

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • Treppenhaus
  • Treppe
  • Etagenabschlußtüren
  • Wohnungstüren
  • Stuck- und Holzdecken (teilweise mit Malerei)
  • andere Bestandteile der Ausstattung (z. B. keramischer Kamin).

 

Weitere Bestandteile des Denkmals:

Garten:

  • zweiseitig an das Haus angrenzend
  • originaler Baumbestand
  • Stileiche
  • Linde
  • Bergahorn
  • Ahorn
  • Kastanie
  • an der nord- und südlichen Grundstücksgrenze originale Buchsbaumhecke, die parallel zur nördlichen Grenze eine Beetfläche abteilt
  • eine Reihe von Büschen parallel zur östlichen Grenze
  • alten Obstbäume, die verstreut auf dem Rasen in der Mitte des Gartens stehen.

 

  • Einfriedungsmauer an der Münsterer und Düsseldorfer Straße:
  • Mauerkrone jeweils zwischen zehn Pfeilern girlandenförmig ausgebildet
  • oberer Abschluß der Pfeiler in Form einer profilierten Werksteinplatte mit Knauf als dekorativem Schmuckelement
  • rhythmische Gliederung der Mauerflucht durch Pfeiler und Fries
  • Mauerabschnitt an der Münsterer Straße backsteinsichtig
  • hier auch Toreinfahrt mit neuerem Eisentor
  • Mauerabschnitt an der Düsseldorfer Straße verputzt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jh. von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe seiner Industrieanlagen führte. In der Nähe zum Rhein entstand zwischen dem Stammheimer Ufer und der als Allee angelegten Düsseldorfer Straße ein eigenständiges Villenviertel, das noch heute an der dortigen offenen Bauweise erkennbar ist und durch die erhaltenen Denkmäler Düsseldorfer Straße 27, 28 und 29 sowie obige Villa an der Ecke Münsterer Straße und Düsseldorfer Straße dokumentiert wird.

Obige Villa bildet die südliche Begrenzung dieses Villenviertels und stellt als Eckgebäude zur Münsterer Straße einen markanten städtebaulichen Blickfang dar. Darüber hinaus ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil der Bautengruppe im Einmündungsbereich der Münsterer und Düsseldorfer Straße, die heute noch das historische städtebauliche Erscheinungsbild dieses gutbürgerlichen Mülheimer Viertels veranschaulicht.

Baukünstlerisch zeichnet sich die Villa durch eine höchst qualitätvolle äußere Gestaltung und innere Ausstattung aus und gehört zu den in Köln nur wenig erhaltenen historistischen Villen aus der Zeit des ausgehenden 19. Jhdts. Qualitätvoll im Stil der Neurenaissance errichtet, spiegelt das Gebäude den Anspruch des Bauherrn - des langjährigen Mülheimer Bürgermeisters Steinkopf - an Repräsentanz aber auch an individueller Schmuckfreude wider.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Garten, der als wesentliches Merkmal zum Bautypus "Villa" gehört, und für die Wahrung des historischen Erscheinungsbildes dieses Anwesens unverzichtbar ist. Charakteristisches Merkmal des Gartens ist die unregelmäßige Anordnung von verschiedenen Gehölzen - dem wichtigsten gestalterischen Kennzeichen des Landschaftsgartens, in dessen Tradition auch die Gartenanlage der Münsterer Straße 1 - 7 steht.

Entlang der Münsterer und Düsseldorfer Straße und an der nördlichen Grundstücksgrenze wird der Garten von einer historischen und ebenfalls zu diesem Anwesen gehörenden denkmalwerten Einfriedungsmauer begrenzt. Nicht zuletzt diese schmuckreiche Einrahmung des Gartens hebt die Bedeutung der begrünten Freifläche, die auch zur bewußten Abgrenzung zu der östlich gelegenen Bebauung mit Mietstockwerkbauten (Münsterer Straße 9 bis 21) diente. Als einziger in dieser aufwendigen Form gestalteten Einfriedungsmauer im Stadtgebiet kommt ihr darüber hinaus auch noch Seltenheitswert zu.

Als Wohnsitz des langjährigen Mülheimer Bürgermeisters Steinkopf, der am 25.10.1898 zum Bürgermeister ernannt wurde und kurz darauf die Ehrenbürgerschaft erhielt, hat die obige Villa zudem ortsgeschichtlich eine große Bedeutung und ist auch in dieser Hinsicht in ihrer vollständigen historischen Anlage - dem Gebäude mit angrenzendem eingefriedeten Garten - unbedingt zu erhalten.

Referenz: 6534


Das Denkmal hat die Nummer 3306 und ist seit dem 4. November 1985 geschützt.

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