Wohn- und Geschäftshaus

Alteburger Str. 26, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1904, inschriftlich datiert


  • vier Geschosse, Giebelgeschoss
  • drei Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Jugendstil

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns ab 1881 bis etwa 1912 rund um die Altstadt angelegte und ringförmig durchgeführte Stadterweiterung erfaßte in ihrer zweiten Welle auch das heutige Wohngebiet der Südstadt. Der großzügig angelegte Straßenraum mit offenen, breit gelagerten Querschnitten, so der Chlodwigplatz mit Severinstor im Norden, die Bahnüberführung im Süden, unterstreicht die geschichtlichen Platzanlagen und ermöglicht eine lückenlose Ensemblebebauung mit kontinuierlicher Bindung an die Traufhöhe der 4- bis 5geschossigen Wohnhäuser. Die Akzentuierung der Verkehrskommunikations- und Gewerbefunktion einzelner Straßen (so auch der Alteburger Straße) verursacht eine gemischte soziale und funktionelle Widmung schon bei der ursprünglichen Ansiedlung.

Fassade

Baugeschichtlich ist das Wohnhaus von seinem Äußeren ein Beleg der auch in die Kölns Wohnbauten um die Jahrhundertwende vordringenden Jugendstilausschmükkung. An die im Grunde traditionelle Bauvorlage des Kölner Dreiachsenhauses mit dem dreistöckigem Erker, Balken der zwei Balustradenreihen und anderen aufälligen Giederungselementen zur Betonung der Symmetrie, knüpft ein ziemlich neuartiges Schmuckvorhaben an.

Die Masken, Muscheln, Lisenenandeutung, die Portalbeschmückung und alle aus dem absterbenden Historismus übernommenen Zitate weichen der Kraft der flachen Wellenlinien, die sich in der Brüstungszone der Fenster und an anderen waagerechten Abschnitten reichlich entfalten.

Inneres

Besonders aussagekräftig ist hier das Hausinnere. Durch das gewölbte Vestibül mit reich farbig ornamentierten Kacheln steigt man über die Terrazzotreppe mit stilgerechtem Gußeisengeländer zu dreiteiligen, mit Farbmosaik geschnitzten Maßwerk-Farbfenstern im zweiten und dritten Zwischengeschoß. Das abstrakte Ornament ist für das neue Jugendstildenken charakteristisch. An einzelnen Wohnungseingangstüren ist noch die Sprosssenteilung am Oberlicht erhalten.

Bemerkenswert ist weiter die Hervorhebung der Brüstungsgesimse durch Farbklinker an der Hinterwand des Hoftrakts. Auch hier sind noch einzelne Fensterrahmungen in ursprünglicher Teilung erhalten.

 

Städtebaulich ist die Bindung links an die Häuser Nr. 24 und 22, rechts bis hin zu Nr. 40 noch lückenlos erhalten. Der Straßenkomplex stzt hier den Maßstab für das ganze Viertel durch seinen architektonischen Grundrhythmus, Bauvorhaben und Höhe sowie durch die zeitgemäße Benutzung von plastischen und neuzeitlich malerischen Gliederungselementen.

Referenz: 1514


Das Denkmal hat die Nummer 3245 und ist seit dem 14. Oktober 1985 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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