Wohnhaus

Am Zuckerberg 4, 50668 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1906


  • vier Geschosse, Giebelgeschoss, Seitenhaus zum Hof
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung
  • Stil: Jugendstil

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Straße Am Zuckerberg um 1906. Die nach einem Hofgut und späterem Gartenrestaurant benannte Straße entstand 1893 nach Festlegung des Fluchtlinienplans und wurde hauptsächlich um 1906 bebaut. Sie gehört ins sog. "Gerichtsviertel", einer mit Gründung der Kölner Neustadt nach 1881 angelegten bürgerlichen Wohngegend mit gehobenem Anspruch, den auch das Haus Am Zuckerberg 4 in Bauform und Ausstattungsstil verkörpert.

Fassade

Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Hausfronten verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist die baukünstlerische Gestaltung des Hauses, die sich besonders an der Straßenfassade, einer Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung, äußert. Architektur- und Schmuckformen sind in den Formen des Jugendstils gehalten. Die Straßenfassade ist durch unregelmäßige Achsabstände unsymmetrisch geordnet. Einen plastischen Akzent erhält sie durch den über die Obergeschosse reichenden Erker mit Balkonabschluß und Giebelbekrönung.

Weitere Gliederungs- und Ordnungselemente sind

  • unterschiedlicher Wandputz
  • Erdgeschoss: Bossenquaderung
  • erstes Obergeschoss: Rustizierung
  • zweites und drittes Obergeschoss: Rauh- und Glattputz
  • Gesimse

 

Die floralen oder geometrischen Dekorformen sind konzentriert auf:

  • Rahmung des Hauseingangs
  • Fensterbrüstungsfelder
  • Wandpfeiler
  • Giebelfeld.

 

Teilweise neu eingesetzte Sprossenfenster in originaler Teilung unterstreichen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

Inneres

Im Hausinnern erhielten sich von der originalen Einrichtung:

  • Hauseingang
  • Marmorausstattung
  • Wandsockel
  • Differenzstufen
  • Wand- und Deckenstuck
  • Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer

 

  • Wohnungen
  • Stuckdecken (z. T. unter abgehängten Decken)
  • Parkettböden
  • teilweise Zimmertüren

 

Städtebaulich ist das Gebäude ein wesentlicher Bestandteil einer von historischen Häusern gekennzeichneten Reihe (Nr. 4 bis 8), die mit den Altbauten Nr. 1 und Nr. 9 das Erscheinungsbild der Straße Am Zuckerberg nachhaltig prägt.

Referenz: 1801


Das Denkmal hat die Nummer 3078 und ist seit dem 1. August 1985 geschützt.

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