Wohnhäuser

Elsaßstr. 35-47, 50677 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: nach 1884/85


Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Häuser sind ein baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Im Zeitalter der Industrialisierung erlebte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Dichte der Bevölkerung nahm innerhalb des alten Stadtgebietes zu. Die Erweiterung geschah 1880 mit der Gründung der Neustadt auf dem Gelände der niedergelegten mittelalterlichen Befestigung nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936).Sie gilt als die bedeutendste Stadtplanung des 19. Jh. im Rheinland.

Das Neustadt-Ensemble wurde im Zweiten Weltkrieg sehr geschädigt und im Anfang des Wiederaufbaus, in Verkennung seines besonderen historischen und städtebaulichen Werts, nachhaltig verändert. Die oben erwähnten Häuser gehören zum Restbestand der Erstbebauung der Elsaßstraße, die nach Festlegung der Fluchtlinienpläne nach 1884/85 angelegt worden war.

Innerhalb der Neustadt bildeten sich infolge wirtschaftlichen Ursachen und baurechtlicher Vorschriften Viertel von unterschiedlicher sozialer Struktur und architektonischer Gestaltung.

Die Elsaßstraße gehört zum südlichen Arbeiterviertel, dessen Erscheinungsbild von Industriewerken und Betrieben (Bahnhof Bonntor, Wasserpump- und Elektrizitätswerk, Fuhrpark, Feuerwache) und Mietswohnhäusern geprägt wurde.

Ein sehr frühes Beispiel des Arbeiterwohnbaus ist die sog. Arbeiter-Colonie in dieser Straße, ehem. eine drei-flügelige Anlage, von der heute noch die Häuser 35 - 47 erhalten sind.

Die Häuser wurden einheitlich in Backstein ausgeführt. Gesimse und Friese gliedern die Hausfassaden horizontal. Der gelbe Anstrich von Fenster- und Türlaibungen, Friesen, Entlastungsbögen und Ziegellagen suggeriert den Einsatz des teuren gelben Backsteins als wandgliederndes - und schmückendes Element. Die teilweise noch erhaltenen Sprossenfenster unterstreichen die auf Geschlossenheit zielende Wirkung der Fassaden. Inschriftlich datiert und bezeichnet ist das Haus Nr. 41 (Ziegelinschrift an der Hausecke im Fensterbankgesims zweites Geschoß: EP (?) BUSSE (?) 1885).

Die Häuser besitzen noch teilweise originalen Wohnungsgrundriß.

Die sanitären Einrichtungen (Ausgüsse, Toiletten) befinden sich auf den Treppenpodesten.

Die Innenausstattung ist weitgehend einheitlich:

  • Nr. 35:
  • Treppenpodest im EG: schwarz-gelber Fliesenboden
  • Basaltsteintreppe mit eisernem Stabgeländer
  • Der Durchfahrtsbogen wurde auf Türgröße verkleinert und hofseitig zugemauert.

 

  • Nr. 37 - 41 (Nr. 43 als Haus nicht vorhanden):
  • Fußboden des Hausflures und der Treppenpodeste aus Basaltsteinen
  • Basaltsteintreppe mit eisernem Stabgeländer
  • Nr. 45:
  • Hausflur: schwarz-gelber Fliesenboden
  • Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Antrittspfosten und Zwischenpfosten
  • Nr. 47:
  • Hausflur: schwarz-gelber Fliesenboden
  • Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten
  • hölzerne Kellertrennwand mit Tür
  • Holztor der Durchfahrt.

 

In ihrer schlichten, maßvoll gegliederten Bauweise trägt die Wohnanlage entscheidend zum architektonisch vielgestaltigen Erscheinungsbild im vorderen Bereich der Elsaßstraße bei. Sie ist neben dem Arbeiterwohnhaus Nr. 61 - 63 ein prägnantes Beispiel des für diese Straße typischen Arbeiterwohnbaus.

Referenz: 3436


Das Denkmal hat die Nummer 2961 und ist seit dem 17. Mai 1985 geschützt.

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