Verwaltungsgebäude

Mevissenstr. 15, 50668 Köln - Neustadt-Nord

errichtet  1937

Architekt: Theodor Merrill (1891-1978) 

  • zwei Geschosse
  • sieben Achsen

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das 1937 (lt. Datum der Baupläne) gebaute ehemalige Verwaltungsgebäude der Braunkohle AG  besitzt eine zweigeschossige, axial gegliederte Fassade aus rotem Backstein.

Die leicht vorspringenden sieben Achsen des Mittelbaus zeigen im 1. OG hohe, mit klassizistischen Stuckübergiebelungen gerahmte Pariser Fenster, deren Brüstungen mit schmiedeeisernen Gittern ausgefacht sind (Ornamentik aus dem Bergbau).

Die Fenster im EG sind deutlich niedriger; sie werden auf den Gebäudeflanken in je einer Dreiergruppe fortgesetzt.

Die relativ geschlossene, gerade abschließende Wandfläche des OG betont mit dem stark zurückgesetzten sehr flachen Walmdach das Kubische des Baukörpers, dem in der Mittelachse eine Freitreppe aus Backsteinen und deutschem Marmor vorgelagert ist. Aus dem gleichen Material ist auch der helle Sockel, der das Gebäude gleichsam vom Boden abhebt und mit dem durchlaufenden Gesims über dem EG die Horizontale betont.

Die Eingangtür und Doppelfenster mit Sprossenverglasung sind original. Die Seitenfronten zeigen im EG eine Folge von sieben Fenster; im 1. OG sind jeweils drei hohe Pariser Fenster angeordnet. Auf der Rückseite wird die zweigeschossige, mit Buntglas geschlossene Belichtung des Treppenhauses von jeweils drei zweigeschossigen Fensterachsen flankiert. Auch hier wurde das klassizistische Prinzip des langgestreckten Mittelbaus mit zwei kurzen Seitenflügeln beibehalten.

Im Untergeschoß, das sich zu dem hier tiefer liegenden Parkplatz öffnet, befinden sich Garagen und Nebenräume. Durch die im Oberlicht mit Emblemen des Bergbaus in Schmiedeeisen geschmückte Haustür wird ein mit deutschem Marmor ausgelegter Vorraum mit Pförtnerloge erschlossen. Das anschließende Treppenhaus weist eine geschwungene Freitreppe in gleichem Material auf, deren Geländer schmiedeeiserne Ornamente im Stile der Fassade zeigen. Die schlichte Würde des gesamten Gebäudes ist zusammen mit der Verwendung einheimischer Materialien ein Dokument der Zeit, in der allmählich eine Erholung aus dem Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg eintrat.

Das Gebäude ist damit ein Dokument des Übergangs vom Bauhausstil zum Neoklassizismus, der aus England und den romanischen Ländern kommend (Palais Chaillot, Paris) nach 1933 auch in Mitteleuropa stärker in Erscheinung trat. Städtebaulich ist das Verwaltungsgebäude ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der historischen Bebauung der Zeile Mevissenstraße 6 - 12 und den in diesem Bereich in neuerer Zeit errichteten modernen Verwaltungsbauten. Als Werk eines bedeutenden Kölner Architekten, der später nach Amerika auswanderte und auch dort bekannte Gebäude schuf, ist es für Köln von besonderem, unverzichtbarem Wert.

Referenz: 6407


Das Denkmal hat die Nummer 2955 und ist seit dem 7. Mai 1985 geschützt.

Denkmal <Verwaltungsgebäude> bearbeiten
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