Wohn- und Geschäftshaus

Aachener Str. 61, 50674 Köln - Neustadt-Süd

vier Geschosse

drei Achsen

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung durchgeführt.

In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Wohnbereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Dabei wurde die Hahnentorburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs- bwz. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt.

Die Aachener Straße war schon vor der Stadterweiterung eine Ausfallstraße nach Westen und sie wurde einheitlich während der Jahre 1885 bis 1895 als Alleeanlage betont. Das Gebäude Aachener Straße 61 ist ein Zeugnis der ursprünglichen Bebauung zur Zeit der Stadterweiterung; es besitzt somit ortsgeschichtliche Bedeutung.

Fassade

Baukünstlerisch ist das schmale, traufständige Wohnhaus wichtig, weil es die alte rheinische Tradition der dreiachsigen Bauweise mit regelmäßigem Abstand zwischen den Fenstern, bestimmtem Wohngrundriß und der Symmetriebetonung nach außen bewahrt und weiter pflegt.

Mit Ausnahme der drei Mansardfenster im Dachgeschoss und der Quadereinschnitte im Erdgeschoss ist das o. g. Objekt ein spiegelbildlicher Abdruck des nebenstehenden Wohnhauses Nr. 63. Beide Häuser wurden nach den gleichen Plänen, mit gleichen Ornamentformen und in der gleichen Zeit von einem Bauherrn errichtet. Im Unterschied zum Nebenhaus ist das o. g. Objekt teilweise besser erhalten; in der Ladenzone desErdgeschosses ist z. B. auch die dekorative Säulenbeschmückung und andere wichtige Baudetails noch erhalten.

Inneres

Durch einen mit Stuckdecke, Frieswölbungen und ornamentalen Kacheln geschmückten Eingangsbereich steigt man durch erhaltene Holztreppen mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten zu den Wohnungseingängen mit teilweise noch erhaltenen geschnitzten Türen empor.

Im Erdgeschoss und in oberen Stockwerken sind in einzelnen Wohnungen noch Reste der Stuckornamentierung der Decke bewahrt.

 

Das beschriebene Wohnhaus bildet dabei einen Ensemblebereich nicht nur mit dem schon erwähnten Wohnobjekt Nr. 63, sondern beeinflußt durch seine Baugliederung, Höhe, Proportion und Verzierung auch mit umliegenden Häusern. Der anspruchsvolle Straßenabschnitt mit den noch deutlichen Spuren der Erstbebauung zieht sich bis zur Ecke der Moltkestr..

Referenz: 0020


Das Denkmal hat die Nummer 2946 und ist seit dem 29. April 1985 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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