Wohnhaus

Petersbergstr. 75, 50939 Köln - Klettenberg
Errichtet: um 1914


  • drei Geschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss/Zwerchhaus
  • drei(vier) Achsen
  • Putzfassade
  • Sti: später Historismus

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert.

Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Petersbergstraße verläuft parallel zur Luxemburger Straße und verbindet den stadtnahen Bereich mit der Bebauung am Klettenbergpark.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Mietstockwerksgebäude zeigt, schon in sachlicher Vereinfachung, die plastischen Grundformen des historisierenden Bauens. Der Mittelrisalit umfasst zwei gekuppelte Fenster in den unteren drei Geschossen. Im Dachgeschoss schließt der Risalit mit einem Balkon ab, über dem sich, die rechte Achse ebenfalls umgreifend, das Zwerchhaus mit leicht geknicktem Giebelabschluß befindet.

Die Fenster mit kleinmaßstäblichen Sprossenoberlichtern sind original wie auch die Eisengittereinfriedung, die den kleinen Vorgarten umfaßt. In den Brüstungen und über der Haustür befindet sich eine sehr sparsam verwandte Stuckornamentik.

Im Innern des Gebäudes blieb original erhalten:

  • im Eingang
  • die Wandverfliesung mit Fliesen des späten Jugendstils
  • der Terrazzoboden mit Terrazzotreppe und Holzgeländer 
  • Wohnungsabschlüsse mit aufwendigen und differenzierten Aufteilungen
  • Zimmertüren.

 

Die rückwärtige Fassade ist in Backstein gehalten (zweites Obergeschoss erneuert).

Städtebaulich steht dieses Gebäude - noch diesseits des Klettenberggürtels gelegen - als Abschluß der historisierenden Bebauung in enger Verbindung mit den noch aus der gleichen Zeit stammenden Wohnhäusern Nr. 60 und 62. Es ist ein Dokument des zur neuen Sachlichkeit tendierenden Historismus, der mit zunehmender Schlichtheit der Fassade den Wohnwert der Wohnungen selbst steigerte. Das Gebäude ist für Klettenberg unverzichtbar.

Referenz: 7140


Das Denkmal hat die Nummer 2898 und ist seit dem 25. März 1985 geschützt.

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