Wohnhaus

Adolf-Fischer-Str. 10, 50670 Köln - Neustadt-Nord
  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade(gelb) mit Stuckgliederungen
  • Stil: Historismus, Neo Renaissance

 

Fassade

Baukünstlerisch ist Haus in Grundriß und Ausschmückung ein Spiegelbild-Zwillingshaus des Nebengebäude (Haus Nr. 8). Beide Traufenhäuser sind bedeutend durch ihre anspruchsvoll gestalteten Fassaden, die in der aufwendigen Stuckgliederung und Entfaltung des Formenrepertoires der Renaissance zum einen der Höhepunkte des Historismus in der Gegend gehören.

Die übergiebelte Seitenachse mit Erker und Balkon sowie die Eingangsachse mit dem reich geschmückten Portal findet ihren symmetrischen Ausgleich durch das schon erwähnte Nebenhaus.

Teile der ensembleartig gestalteten künstlerischen Verzierung sind auch

  • die Blendbaluster im dritten Obergeschoss
  • einzelne Voluten
  • Putzbänder
  • gekröpfte Gesimse
  • geradelineare Konsolgesimsverdachungen der Fenster, ihre Rahmung mit geometrischen Aufsätzen 
  • das Maskenornament auf einer auch mit Rollwerk verzierten Wappenform im dritten Obergeschoss 

Die farbige Betonung der Fassade hebt das außerordentlich üppige Zusammenspiel der Backsteingrund-schicht mit ornamentalen Stuckgliederungen noch zusätzlich hervor.

Inneres

Die reichen historisierenden Ausstattungsteile im Innern wiederholen und führen die Gestaltungselemente der Fassade weiter.

Die im (festlich aufgefassten) Foyer

  • an Arkadenbildungen erinnernde Wandpfeiler von Lisenen
  • kassetierte Wände mit figurativem plastischen Dekor
  • Marmordifferenzstufen und Marmorrahmungen
  • ein zum Treppenaufzug führender Stützbogen mit Rahmenfeldern und Stuckdecke
  • das aufwendige Treppenhaus,

  nehmen einzelne an der Außenwand angebrachte Bauornamente der Gründerzeit auf.

 

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein wichtiges Dokument der Erstbebauung des nördlichen Gebies des ehemaligen Rayongeländes und somit der ursprünglichen Entstehtungsgeschichte der Neustadt. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben (1845-1936) 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen der alten Stadtmauer und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Adolf-Fischer-Straße, zwischen Gereonswall und Hansaring gelegen, entstanden vornehmlich Bauten für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen.

Städtebaulich wichtig ist das o. g. Objekt als ein von dem Haus Nr. 8 untrennbares, spiegelsymmetrisch angelegtes Doppelbild, das im weiteren eine Verbindung zu dem Eckhaus Hansaring 34 herstellt und das repräsentative Erscheinungsbild dieser an einer Seite zum Ring, an der anderen zu Resten des Gereonswalls führenden Straße bis heute bedeutungsvoll prägt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

 

Referenz: 0065


Das Denkmal hat die Nummer 2805 und ist seit dem 7. März 1985 geschützt.

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