ehem. Kaufhaus Isay

Zeppelinstr. 4-6, 50667 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1914


Eckhaus zu Am Alten Posthof

Architekten: Rudolf Hugo gen. Rolf Helbig (1881-1961)

    Albert Klöckner (1874-1957)

    Carl Rehorst (1866-1914) (städtebauliche Planung der Richmodstr.)

  • vier Geschosse
  • neun Achsen zur Zeppelinstraße, sieben Achsen zu Am Alten Posthof
  • Werksteinfassade
  • Stil: Jugendstil

 

Die Zeppelinstraße wurde 1910 als Straßendurchbruch vom Neumarkt zur Richmodstr. durchgeführt. Die Kurvenführung schließt den Straßenraum vom Neumarkt aus gesehen. Die Monumentalität der Bebauung wird durch den engen Straßenraum gesteigert. Die städtebauliche Planung geht auf C. Rehorst und den Einfluß von C. Sitte zurück.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Fassade

Im Zuge mehrerer Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen wurde das Attikageschoß des ehemalgen Kaufhauses Isay ausgebaut. Die Fassaden der Geschäftshäuser Zeppelinstraße 4 - 6 und 2 bilden eine zusammenhängende Straßenfront, die sich mit ihren Eckbebauungen sowohl Am Alten Posthof als auch in der Platzbebauung des Neumarkts fortsetzen. Dieser Zusammenhang steht im gegensätzlichen Gleichgewicht zu der Blockbebauung Hertie an der gegenüberliegenden Straßenseite und stellt die Beziehung zu den Fassaden des Neumarkts her, insbesondere zu Neumarkt 15 - 19, als rahmende Platzbebauung um das Ostwerk von St. Aposteln.

Im Erdgeschoss führen hohe, etwa quadratische Maueröffnungen zwischen gleichmäßig gestellten Pfeilerabständen das Straßenniveau in das Innere des Gebäudes. Beide Fassadenfluchten entsprechen mit leichten Schwingungen dem Verlauf der Straßengrenzen. An der Zeppelinstraße geben die beiden nach außen gerückten Mittelpfeiler und das nach außen gekröpfte Stockwerkgesims mit Schlußstein darüber die Rahmung eines Mittelportals.

Das Erdgeschoss, das zu einer Einheit zusammengefaßte erste und zweite Obergeschoss und das dritte Obergeschoss werden von umlaufenden, horizontal gegliederten Gesimsen gegeneinander abgegrenzt. Zugleich entsteht durch Verdecken der Ansätze des aufgehenden Mauerwerks durch die Gesimsvorsprünge nach vegetabilen Vorbild der Eindruck, daß die oberen Geschoßabschnitte aus den unteren heraus emporwachsen.

Die Fensterpfeiler in Verlängerung der Pfeiler des Erdgeschosses flankieren die durch Abtreppung vertieft liegenden und somit vom übrigen Mauerwerk losgelöst erscheinenden Fensterumrahmungen und -brüstungen. Durch die von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Lichtmaße der Maueröffnungen erscheint das Gebäude bis zur Höhe des Kranzgesimses unterhalb des später veränderten Attikageschosses optisch überhöht.

Der architektonische Charakter des Gebäudes wird detaiiliert dargestellt durch

  • die Einzelschmuckformen auf den Fensterpfeilern des dritten Obergeschosses,
  • die Platten, die den Fensterbrüstungen zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss im Anschluß an die Fensterbänke aufgesetzt sind und die teppichartig von den Fenstern herabzuhängen scheinen,
  • Kassetten auf den Stürzen des Erdgeschosses 
  • die vertikale Fensterunterteilung im Kontrast zu den geschlossenen Wandflächen

 

Die kraftvolle Jugendstilarchitektur wird mit Ausdrucksformen vorgetragen, deren Inhalte sich auf das wesentliche beschränken.

Referenz: 9575


Das Denkmal hat die Nummer 2757 und ist seit dem 9. November 1984 geschützt.

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