Wohn- und Geschäftshaus

Graf-Adolf-Str. 18-20, 51065 Köln - Mülheim

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser, bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte und bis in die 10er Jahre anhielt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das dreigeschossige Eckhaus mit einem Giebelgeschoß GrafAdolf-Straße 18 - 20 (Ecke zur Wrangelstraße) wurde um 1910 bis 1914 errichtet. Es zeigt eine dreiteilige symmetrische neunachsige Putzfassade mit einem Eckgiebel, zwei Erkern, Dachgauben und einem Balkon auf einem über sieben Achsen laufenden Säulenportikus. Originale Balkongitter, originale Fenstergliederung, Haustürrahmen und Oberlicht sowie die Einfriedung zur Graf-Adolf-Straße ergänzen die Fassadengestaltung, die eine ästhetische Mischform (typisch für die Zeit) aus Formelementen des Neobarocks, Jugendstils und Klassizismus darstellt. Im Hausinnern ist eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer erhaltungswürdig. Städtebaulich akzentuiert das o. g. Haus die Ecke der Graf-Adolf-Straße und der Wrangelstraße. Dabei nimmt es den Form- und Proportionscharakter der repräsentativen Bebauung der Graf-Adolf-Straße in der Nähe der Frankfurter Straße auf, allerdings - entsprechend der Entfernung zum Zentrum - in einem kleineren Maßstab (nur drei Geschosse).

Referenz: 4236


Das Denkmal hat die Nummer 2618 und ist seit dem 18. September 1984 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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