Friedhof Melaten

Aachener Str. 204, 50931 Köln - Lindenthal
Errichtet: ab 1810, bis 1896 mehrfach erweitert


Der Melatenfriedhof wurde an Stelle der innerstädtischen katholischen Kirchhöfe als katholischer Zentralfriedhof Kölns außerhalb der Stadtmauern angelegt. Seit 1829 allen Religionsgemeinschaften zugänglich. Mehrfache Erweiterungen der streng geometrischen Anlage bis 1896. Hochbauten, Gründisposition, Kriegerdenkmäler, Grabstätten samt zugehörigen Grabmälern bevorzugt aus dieser Zeit.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische und wissenschaftliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Lindenthal und daneben auch Melaten wurden 1888 ins stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Hier bestand bereits im Mittelalter ein Siechenheim (Melaten, von malade = krank) mit einer angeschlossenen Kapelle (der heutigen Friedhofskapelle).

Ab 1810 wurde unmittelbar neben der Kapelle an der Aachener Chaussee der Friedhof Melaten in strengem Grundriß angelegt. Da der Friedhof Melaten von 1810 bis 1896 der einzige kommunale Friedhof Kölns war, ist er somit ein Spiegelbild der historischen, darunter der gesellschaftspolitischen, volkskundlichen und künstlerischen Entwicklung der Stadt.

Künstlerisch bedeutend ist der Friedhof durch eine Reihe von Einzelfaktoren. An wichtigen Hochbauten sind neben der o. a. Friedhofskapelle zu nennen:

  • die Mauer - zunächst nur an der Aachener Str. angelegt - 1810 mit mehreren Anfügungen bis 1888 und drei monumentalen Eingangsportalen. Die Mauer wurde später vierseitig erweitert;
  • die alte Trauerhalle von 1888 in neuromanischer Formgebung, 1907 nach den Plänen des Kölner Architekten Hans Verbeek (1873-1954) in geometrischem Jugendstil umgebaut und zur Mittelachse hin verlängert,
  • zwei Pförtnerhäuschen nach den Entwürfen des Kölner Architekten Friedrich Carl Heimann, 1902 an der Aachener Str. errichtet,
  • das Toilettenhäuschen von 1893
  • die neue Trauerhalle samt dem Eingangsbereich (Mauer/Tore) an der Piusstraße, 1957 nach den Entwürfen von Friedrich (Fritz)Schaller (1904-2002)

 

künstlerisch bedeutsame Monumentalplastiken

  • Kriegerdenkmäler von 1853, 1864-1866 und 1871 am Hauptweg,
  • zwei Hochkreuze
  • von 1855 (Entwurf Vinzenz Statz 1819-1898)) am Hauptweg
  •  von 1906 vor Flur 60 
  •  historische Pumpe (heute an der Kapelle, Aachener Straße)

 

Bestandteil des künstlerischen Konzepts ist auch die Grünplanung, die zwar in mehreren Schüben auf dem Friedhof vollzogen wurde, aber ganzheitlichen Charakter wahrte. Ausgehend von der Uranlage von 1810, die die Fluren A, B, I und U umfasste und die neben den großzügig geplanten Alleen in den Fluren selber damals eher spärliche Bepflanzung enthielt, wurden in den späteren Erweiterungsschüben zwar die Alleen entsprechend fortgesetzt, doch die Einzelfluren erfuhren eine detailreichere Gründisposition.

Eine weitere wichtige Komponente stellen die Einzelgrabstätten mit den dazugehörenden Grabmälern dar. Hier haben wichtige Bildhauer und Steinmetzen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, darunter besonders aus dem Kölner Einzugsbereich, hochrangige Zeugnisse ihres künstlerischen Wirkens vom Klassizismus bis in die 50er Jahre unseres Jahrhunderts hinein hinterlassen.

Referenz: 0042


Das Denkmal hat die Nummer 254 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Friedhof Melaten> bearbeiten
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