Büro- und Geschäftshaus (ehem. Kaufhaus Salomon; ab 1933 Modeunion)

Brückenstr. 17, 50667 Köln - Altstadt-Nord
  • Erbaut 1914,

 

Architekt: Georg Falck (1878-1947)

Innengestaltung: Wilhelm Albermann, Bildhauer (1835-1913)

Im 2.Weltkrieg teilzerstört, in den 50er Jahren in den zeitgenössischen, schlichten Formen ohne Dachlandschaft als städtisches Bürohaus wieder aufgebaut. 1988 fertiggestellte Restaurierung (Architekten: HPP) in der Form des originalen Außenzustandes mit Rekonstruktion fehlender Architekturelemente nach alten Vorlagen.

  • Stahlbetonskelett-Bau
  • 4 Geschosse
  • durch Pilaster in 7 Achsen gegliederte, sich dem Straßenverlauf geschwungen anpassende, streng geometrische Sandsteinfassade
  • hohes, steiles Schieferdach mit integriertem, leicht zurückgesetztem, die 5 mittleren Achsen umfassenden Attikageschoß
  • 4 (ursprünglich nicht vorhandene) seitliche Gauben
  • drei Fledermausgauben.
  • im hohen EG mit Schaufensterfront Pfeiler mit reliefartiger Quaderung und Sandsteinfiguren ("Des Kaisers neue Kleider", Wolfgang Binding) auf Pfeilervorlagen
  • in der linken Seitenachse versetztes Portal mit original erhaltenem, in Filigran gearbeiteten Metallgitter-Tor.
  • Im Inneren neu gestaltet.

 

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die an St. Kolumba vorbeiführende Brückenstraße ist eine der ältesten Kaufmanns-Straßen Kölns. 1841 entstand hier an der Stelle eines älteren Wohnhauses der große Weinkeller des Händlers Mumm, der 1910 in eine Garage - vermutlich die erste der Stadt - umgewandelt wurde. 1912 an S. J. Salomon verkauft, ließ dieser hier im Jahre 1914 von Georg Falck sein bis zum Perlenpfuhl reichendes Textilkaufhaus (erst ab 1933 "Modeunion" genannt) errichten.

Der große Kaufhaus-Bau ist eine der frühesten Stahlbetonkonstruktionen und zugleich eines der bedeutendsten Bauwerke des beginnenden 20. Jahrhunderts in Köln. Seine geschwungene Mainsandstein-Fassade und das charakteristische, hohe Schieferdach setzten architektonische Akzente an der Brückenstraße, auf die das 1929/30 von Bruno Paul errichtete Disch-Haus (Brückenstraße 19) Bezug nahm. Der für Köln repräsentative Großbau aus der Zeit der Werkbund-Ausstellung (1914), dessen Bedeutung vergleichbar ist mit der des ehemaligen Warenhauses Tietz (heute Kaufhof) von Wilhelm Kreis a.d.J. 1913/14 und des Hauses Mauser von Peter Behrens (1914; Unter Sachsenhausen (Kattenbug), wurde im 2.Weltkrieg teilzerstört (Dach; glasbedeckter Prunklichthof in der Mitte des Gebäudes; Putten auf EG-Pfeilervorlagen v. Wilhelm Albermann

In den 50er Jahren erfolgte der Wiederaufbau in den zeitgenössischen, schlichten Formen - ohne die markante Dachlandschaft - und die anschließende Nutzung des Gebäudes als städtisches Bürohaus. 1988 schließlich konnte die Wiederherstellung des für die Stadt Köln unverzichtbaren Baudenkmals in der originalen Form des Außenzustandes abgeschlossen werden.

Referenz: 2664


Das Denkmal hat die Nummer 25 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

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