Wohnhaus

Ölbergstr. 58, 50939 Köln - Klettenberg
Errichtet: um 1905


  • drei Geschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss
  • sechs Achsen
  • Stuckfassade
  • Sti: Jugendstil

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert.

Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Ölbergstraße ist eine weniger repräsentative Wohnstraße jenseits des Gürtels im neueren Stadtteil.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus besitzt drei bzw. sechs Achsen, wobei die mittleren vier in Form eines zweigeschossigen Scheinerkers zusammengefaßt wurden. Das außerordentlich charaktervolle Haus ist in einem extrovertierten, fast schon orientalisch geometrischen Jugendstil gehalten, deren Stilelemente teileweise in dem ebenfalls individuell gestalteten Haus Petersberger Straße 93 sich finden. Ein einzelfiguriger Brüstungsfries im 2. OG, der gerade abschließende vierfenstrige Schmuckgiebel im 3. OG sowie die sehr individuelle Ausgestaltung der Seitenachen lassen auch in diesem Fall einen begabten Architekten vermuten, der hier, an einer untergeordeten Wohnstraße, Dekorationsformen von Ausstellungen verwendet.

Original erhalten blieben:

  • Haustür
  • Mehrzahl der Fenster
  • Eingang mit
  • ornamentiertem Terrazzoboden
  • stuckierten Wänden
  • stuckierter Decke
  • Stuckdecken im Treppenhaus

 

Glücklicherweise blieben auch die Haustür sowie die Mehrzahl der Fenster original erhalten wie auch der Eingang, der mit ornamentiertem Terrazzoboden, stuckierten Wänden und Decke den Reichtum des Historismus vor uns ausbreitet. Dunkle Jugendstilfliesen an den Seiten, Stuckdecken auch im Treppenhaus.

Die Wohnungen wurden renoviert. Das Gebäude ist ein unverzichtbares Juwel Klettenbergs, dies gerade durch seine ausgefallene Fassade, die ein Glanzpunkt dieser eher unscheinbaren Wohnstraße ist. Das Gebäude ist ein charaktervolles Dokument reifen und sehr individuellen Jugendstils.

Referenz: 6943


Das Denkmal hat die Nummer 2477 und ist seit dem 12. Juni 1984 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben