Wohnhaus

Bahnstr. 83, 50858 Köln - Weiden
Errichtet: um 1905


Teil einer Häuserreihe

  • zwei Geschosse
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit sparsamem Stuckdekor
  • Stil: Historismus

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Weiden, da es die historische Entwicklung des Stadtteils vom Dorf bis zum westlichsten Kölner Vorort (Neubausiedlungen mit Hochhäusern im Süden) dokumentiert. Weiden war zunächst eine unbedeutende Straßensiedlung, die kirchlich zu Lövenich gehörte. Auch hier waren die alten Hofanlagen meist im Besitz der Kölner Klöster und Stifte. Um 1900 setzte eine stärkere Besiedlung ein, die sich ab 1906 in z. T. qualitätsvollen Villen steigerte (1843 wurde hier die bedeutende römische Grabkammer gefunden). Die Bahnstraße ist eine schon früh mit einfachen Reihenhäusern bebaute Verbindungsstraße zum Bahnhof Lövenich.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

 

Die um 1905 erbauten Landhäuser reproduzieren in sehr vereinfachter Form die Architektursprache des Historismus. Die offensichtlich nach einem einheitlichen Konzept durchgeführte Reihenhausbebauung setzt Architekturelemente wie Erker und Ziergiebel sehr bewußt strukturierend ein, um über einem relativ gleichartigen Gebäudegrundriß eine abwechslungsreiche und dennoch einheitliche Fassadenreihung zu entwickeln.

Fassade

Die zwei der drei Achsen sind  enger aneinandergerückt sind. Die Mitte wird häufig von einem zweigeschossigen Erker und einem Schmuckgiebel akzentuiert. Die Fassaden sind verputzt, teilweise ist noch sparsamer Stuckdekor sichtbar.

Originale Einfriedung mit kleinem Vorgärtchen besitzen noch die Häuser Nr. 81, 85, 87 und 91.

Ab Nr. 93 wurden die Fassaden erheblich verändert.

Die Gebäude Nr. 85 und 87 zeichnen sich durch einen Erker und Jugendstil-Schmuckgiebel aus; beide Häuser sind über die gemeinsame Achse spiegelgleich. Allerdings weist das Haus Nr. 87 noch die schönen originalen Fenster mit kleinteiligen Oberlichtern auf, während bei Haus Nr. 85 nur im Obergeschoss die Fenster original verblieben.

Das Haus Nr. 83 besitzt eine einfache, erkerlose Stuckfassade mit einer Stuckapplikation neben der Eingangstür.

Weitgehend vollständig mit originalen Fenstern blieb auch Haus Nr. 89 erhalten, wo in den Oberlichtern sogar noch Buntglasscheiben angetroffen wurden.

Das Haus Nr. 83 ist innerhalb des Ensembles gleichartig und daher erhaltungswürdig.

Inneres

Das Innere der Häuser besteht einheitlich aus Eingang mit Holztreppe und Holzgeländer sowie aus zwei hintereinanderliegenden Wohnräumen mit eingeschossigem Küchentrakt nach hinten zum Garten. Teilweise wurden noch originale Türen, in einem Fall der originale Terrazzoboden im Eingang angetroffen. Besonders gut erhalten ist Haus Nr. 87, wo sogar die Haustür nicht ausgewechselt wurde.

Städtebaulich ist die schlichte Bebauung der Bahnstraße eine charaktervolle Frühform der Siedlungsbebauung, da hier auf gleichem Grundriß teilweise vorgenormte Fassadenformen gezeigt werden. Dies vollzieht sich allerdings als Randbebauung einer normalen Ortsstraße, die jedoch z. B. durch die Unterbrechung der Reihe zwischen den Häusern Nr. 37 und 39 oder Wiederholung der Giebelform der Häuser Nr. 85 und 87 in den Häusern Nr. 55 und 57 eine Großstruktur aufweist.

Das Ensemble ist deshalb als Dokument frühen Bauens für derzeit einfachere Bevölkerungsschichten, die aus der Stadt Köln hier in die ländliche Vorstadt mit preiswerteren Grundstücken umzogen.

Referenz: 2109


Das Denkmal hat die Nummer 2457 und ist seit dem 2. Juli 1984 geschützt.

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