Wohnhaus

Am Südpark 31, 50968 Köln - Marienburg
Errichtet: um 1910, Umbauten in den 50er Jahren


Villa

  • zwei Geschosse
  • vier Achsen
  • Putzfassade

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Hügel nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten wie

  • Paul Bonatz (1877-1956)
  • Otto March (1845-1913)
  • Joseph Maria Olbrich (1867-1908)
  • Paul Pott (1882-1966)

und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Fassade

Das Haus mit hochstehendem Mansarddach wurde ursprünglich als Einzelgebäude errichtet. Der originale Zustand, der wohl ehemals im Gartenhaus-Stil gehalten war, wurde erheblich verändert.

Im Erdgeschoss blieb vom Portikus nur die linke ionische Säule erhalten, die nunmehr ein kupfergedecktes, leicht geschwungenes Vordach trägt. Unter diesem Dach liegt auch der rechts später vorgebaute Erker.

Die Haustür erscheint original; die Fenster wurden völlig erneuert.

Die Fassaden sind verputzt. Als einziges Ornament ist eine - wohl aus den 20er Jahren stammende - Stuckverzierung unter der ausladenden Traufkante sichtbar, die im später angebauten Nachbargebäude fortgeführt wurde.

Zur Seite weist das Haus ein knappes, schlicht übergiebeltes Risalit auf.

Die Gartenfassade wird von einem, wohl der Nachkriegszeit entstammenden, Balkon bestimmt; auch die Fenster entstammen in Art und Umfang dieser Zeit.

Inneres

Im Innern ist von der Originalsubstanz leider wenig zu erkennen, da das Gebäude nach 1945 völlig umgebaut wurde. Evtl. könnten sich unter den abgeschrägten Decken Teile des originalen Stuckdekors befinden. Treppe, Türen und Fenster entstammen dem Umbau.

Sehr reizvoll sind die modernen Buntglasfenster mit Flußglaseinlagen im EG und 1. OG, die gute Arbeiten aus den 50er Jahren sein dürften.

Städtebaulich ist die Villa als Teil der einseitigen Bebauung gegenüber dem Südpark in Form und Dimensionierung für die originale Bebauung Marienburgs exemplarisch und unverzichtbar. Seine besondere Bedeutung erhält das Haus aus der Geschichte, da es ursprünglich eines der ersten Bauten hier am Südpark war, inzwischen allerdings durch Umbauten eher dem Stil der 50er Jahre entspricht.

Referenz: 1780


Das Denkmal hat die Nummer 2454 und ist seit dem 12. Juni 1984 geschützt.

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