Wohnhaus

Sieboldstr. 4, 50735 Köln - Riehl
Errichtet: um 1924(!)


Ein- bis Zweifamilienhaus

  • zwei Geschosse, zwei Giebelgeschoss
  • vier Achsen
  • Putzfassade
  • Stil: sog. Heimatstil

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Riehl, da es die Erstbebauung dieses nördlichen Kölner Vorstadtgebiets dokumentiert. Bereits vor Niederlegung der Maueranlagen um Köln wurde hier 1860 der Zoologische Garten angelegt, dem zwei Jahre später die etwas nördlich gelegene Flora folgte. Im Anschluß daran entstanden vor der Jahrhundertwende die ersten Wohnbauten, die an der Stammheimer Str.  städtischen, sonst aber eher vorstädtischen Charakter besitzen (Villenviertel und Siedlungen). Im Stil sind die Häuser Dokumente des Bauwillens der bürgerlichen Mittelschicht. Die Sieboldstraße ist eine kurze Wohnstraße im Bereich Flora/Botanischer Garten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Fassade

Die Fassade ist vor allem durch einen hohen zweigeschossigen Giebel gekennzeichnet (mit Krüppelwalmdach). Sehr charakteristisch sind die (restaurierten) Fensterläden vor den (originalen) Holzfenstern mit vier Achsen sowie die schmiedeeisernen Gitter neben der Haustür. Ebenfalls originaler Zaun um den Vorgarten mit zeittypischem Baumbestand. Rückwärtige Fassade verputzt mit veränderter Gartenanlage.

Inneres

Man erreicht über eine originale Terrazzotreppe das Hochpaterre.

Im Innern blieb der originale Ausbau erhalten

  • Türen
  • Parkettböden
  • Decken- und Kehrleisten
  • die beiden nebeneinanderliegenden Holztreppen mit Holzgeländer

 

Der Grundriß ist durch die getrennte Nutzbarkeit der OG originell gelöst.

 

Das Gebäude findet seine städtebauliche Fortsetzung im Haus Nr. 6; eine symmetrische Hausgruppe 8 und 10 kann geplant worden sein, wurde aber (evtl. durch Zerstörung der Häuser Nr. 8 und 10) nicht ausgeführt.

Städtebaulich knüpft das villenartige Reihenhaus deutlich an die Vorkriegsbebauung - etwa am Botanischen Garten 34 - 36 - an, dessen Hinwendung zum deutschen Landhausstil sie deutlich aufnimmt. Der konservative Gesamthabitus erlaubt aber Artdeco-Ornamentik an den Gittern und dokumentiert so die Stilvielfalt im Beginn der 20er Jahre.

Referenz: 8145


Das Denkmal hat die Nummer 2362 und ist seit dem 4. Mai 1984 geschützt.

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