Wohnhaus

Hardtstr. 22, 50939 Köln - Klettenberg
Errichtet: um 1908


  • drei Geschosse
  • fünf Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Jugendstil

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert.

Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Hardtstraße ist eine kurze Parallelstraße zur Siebengebirgsallee (Klettenberg) und ähnelt dem Charakter ihrer Bebauung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Fassade

Die Fassade wird von einem zweigeschossigen Erker akzentuiert. Sie ist fast vollständig rustiziert, die rundbogigen Fenster im zweiten Obergeschoss sowie der weich geschwungene Schmuckgiebel im Dachgeschoß klingen stilistisch an die stärker plastisch geformte Aussicht des Hauses Nr. 20 an. Andererseits deutet das Vermeiden einer Axialität und der bewußt sparsame Einsatz von Stuckdekor auf die neue Sachlichkeit hin, die zu einer stärkeren Verbesserung der inneren Wohnqualität der Häuser tendierte.

Inneres

Der Jugendstil hat sich im Inneren im Fliesenbelag des Eingangs erhalten; der Terrazzoboden sowie die Terrazzotreppe mit Holzgeländer sind ebenfalls original. Auch die Fenster sowie die Wohnungs- und Zimmertüren sind historisch, so daß einschließlich der Stuckdecken sich das Objekt als relativ gut erhaltenes Dokument des Jugendstils ausweist.

Originaler Vorgarten mit originalem Zaun.

Das mit Nr. 18 und Nr. 20 korrespondierende Gebäude ist innerhalb dieses Ensembles, das von der Erstbebauung der Hardtstraße die Zerstörungen überdauerte, unverzichtbar. Der plastische Jugendstil ist offensichtlich in der Hardtstraße prägend und bestimmt die Maßstäblichkeit dieser Wohnstraße.

Referenz: 4476


Das Denkmal hat die Nummer 2289 und ist seit dem 3. Mai 1984 geschützt.

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