Hofanlage Lennartzhof

Römerstr. 85, 50996 Köln - Rodenkirchen

Sogenannter Lennartzhof. Erbaut 2.Hälfte 18. Jahrhundert und Anfang 19. Jahrhundert; vierflügelige Hofanlage, bestehend aus Herrenhaus, Stallungen, Scheune und zum Teil gepflastertem Innenhof.

Herrenhaus: 2.Hälfte 18. Jh., zwei Geschosse, sieben Achsen, Putzfassade mit Werksteingliederung und -sockel, Hauseingang in der Mittelachse, Mansarddach (schiefergedeckt); originale Haustüre, größtenteils originale Fenster mit Schlagläden.

Im Inneren original erhalten: Grundriß (größtenteils), Holztreppe, Türen und Beschläge (größtenteils), Holzbalkendecken, Bodenfliesen im EG; Gewölbekeller.

Ehemaliger Rinderstall (Südostseite): (Umgebaut zu Wohnzwecken); Anfang 19. Jh., ein Geschoß, geschlämmte Backsteinfassade, Satteldach mit verschiefertem Dachhäuschen. Im Inneren original erhalten: Gußeiserne Tragstützen, Kappendecken.

Stallungen und Scheunen: Anfang 19. Jh., ein Geschoß, Backsteinfassaden (zum Teil geschlämmt), Satteldächer.

Bestandteile des Denkmals sind auch das an der südwestlichen Ecke des Herrenhauses angrenzende, barocke Gartenportal aus Werkstein und der ehemalige Hausgarten mit altem Baumbestand sowie die axial ausgerichteten Bäume an der Straßenfront.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Rodenkirchen - seit 1975 zu Köln gehörend - wurde im Jahre 989 erstmals urkundlich erwähnt. Fischfang, Landwirtschaft und Weinbau bildeten bis ins 19. Jahrhundert die Haupterwerbszweige der Bewohner. Seit dem Abbruch des Engelshofes 1971 ist der Lennartzhof das letzte, erhalten gebliebene Hofgut Rodenkirchens. Der bis zur Säkularisierung dem Kölner Stift St. Georg gehörende und mit seinen Vorgängerbauten bis ins Mittelalter zurückreichende Hof auf dem Kleinen oder "Schillings"-Rott wurde 1807 von dem als Erretter der Jesuitenkirche bekannten Kölner Ratsherrn Laurenz Fürth (1732-1812) gekauft. Innerhalb der Römerstraße bildet die geschlossene Hofanlage mit ihrem barocken Herrenhaus einen wichtigen städtebaulichen Fixpunkt. Zudem ist der bis 1970 noch landwirtschaftlich genutzte Hof als Dokument der ehemals dörflichen Struktur Rodenkirchens unbedingt erhaltenswert.

Referenz: 7528


Das Denkmal hat die Nummer 225 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Hofanlage Lennartzhof> bearbeiten
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