Wohnhaus

Auf Rheinberg 4, 50676 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: 1720/1730


  • drei Geschosse, ausgebautes Mansarddach
  • Anzahl der Achsen
  • fünf Achsen zu Auf Rheinberg
  • eine Achse nach Norden (Richtung Thurnmarkt)
  • fünf Achsen zum Rheinufer (Am Leystapel)
  • Putzfassade mit Werksteingliederung
  • Stil: Barock

 

Fassaden

Das Haus stellt ein Beispiel eines einfachen Bürgerhauses in reinem Barockstil und somit ein seltenes Dokument dieser baugeschichtlichen Epoche in Köln dar. Es zeigt zu allen Seiten je eine schlichte Fassade mit Mauerankern und einem Hauseingang mit Portal in der zweiten Achse der schmalen Gasse Auf Rheinberg. Insgesamt neun Dachgauben, Sprossenfenster und Fenstergitter sowie eine zweiflügelige Eingangstüre dokumentieren - als stilechte Rekonstruktionen - die ursprünglich ästhetische Einheit des Hausäußeren.

Inneres

Im Hausinneren sind erhaltenswürdig:

  • eine originale, barocke Holztreppe
  • ein Secco-Gemälde (teilweise zerstört)
  • stilecht rekonstruierte Zimmertüren.

 

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Altstadt, es es - als Relikt - deren barockes Zeitalter architektonisch dokumentiert. Die freie Reichsstadt Köln befand sich in dieser Zeit in einem wirtschaftlichen Niedergang, der sich in einer zurückhaltenden Bautätigkeit niederschlug. Das Objekt gehört zu den wenigen - zumal erhalten gebliebenen - architektonischen Produkten des Barock in Köln.

Mit dem später gebauten Haus Auf Rheinberg 2 bildet das o.g. Objekt ein städtebauliches Ensemble (Korrespondenz in Maß, Proportionen), das eine Zweihausinsel vor der Altstadtbebauung darstellt und die Fluchtlinie der ehemaligen Befestigungsmauer markiert. Diese Linie wird mit dem Chor der Kirche St. Maria Lyskirchen fortgesetzt, wodurch das o.g. Haus zum Kirchenbau in einen sichtbaren, städtebaulichen Bezug gesetzt wird.

In der schlichten Putzfassade der beiden Bauten sowie des Rüstenhauses Am Leystapel 5 und des ehemaligen Weinhauses Duhr (Filzengraben 43) kommt zusätzlich eine klare Korrespondenz zum Ausdruck, zumal mit dem letztgenannten noch eine stilistische Übereinstimmung im Mansarddach vorliegt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 2015


Das Denkmal hat die Nummer 2055 und ist seit dem 1. Februar 1984 geschützt.

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