Wohnhaus

Leyboldstr. 56, 50968 Köln - Marienburg
Errichtet: um 1935


Architekt: Joseph Op Gen Oorth (1895-1973)

  • Villa
  • ein bis zwei Geschosse
  • drei Baukörper

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Terrain nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) eine Villenkolonie angelegt, benannt nach dem örtlichen Gutshof. Bedeutende, deutsche Architekten wie Paul Bonatz (1877-1956), Otto March (1845-1913), Joseph Maria Olbrich (1867-1908) und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die ein- und zweigeschossige, mehrflügelige Villa wurde um 1935 vom Architekt Joseph Op Gen Oorth (1895-1973) erbaut. Sie ist in der Zeitschrift "Moderne Bauformen" (Jahrgang 1936?) veröffentlicht und dokumentiert die funktionsorientierte und dennoch im Gefolge A. Schmidhammers landschaftsbezogene Architektur der dreißiger Jahre.

Das verputzte und weiß gestrichene Gebäude ist in drei Baukörper differenziert aufgeteilt, die sich L-förmig in den Garten hinein erstrecken. Die originalen Fenster bilden mit den originalen Klappläden die horizontale Gliederung der Fassaden, die straßenseitig von den Dächern und gartenseitig von einem breiten Balkon im ersten Obergeschoß unterstrichen wird.

Der bewußte Rückgriff auf "natürliche" Materialien, die Einbettung in die Landschaft und Ausrichtung zum Sonnenstand sind Wesenselemente dieses gestaffelten und schlichten Bauwerks. Die enge Beziehung zwischen innen und außen wird gartenseitig durch breite Terrasse und Balkon sowie das hohe Fenster des zweigeschossigen Wohnraums geschaffen.

Im Inneren ist die originale Aufteilung und Ausstattung weitgehend erhalten. Hervorzuheben ist der zweigeschossige Wohnraum, in dem auf einem Treppenpodest der originalen Holztreppe eine sogenannte "Hängestube" angeordnet ist. Auch die Lösung des Eßplatzes vor dem Blumenfenster, die Bibliothek und die Garderobe dokumentieren den vom Architekt geplanten "privaten Grundriß". Als Materialien sind der rustikale Fliesenboden des Eingangs, die Holzbalkendecke des Wohnraums und weiterer Räume des Erdgeschosses original erhalten geblieben, ebenso die Türen, die Treppen, Geländer und Fenster. Der Garten spiegelt, trotz seinem jetzigen Zustand, den zeitgenössischen Wunsch nach Natürlichkeit und Sparsamkeit wider.

Städtebaulich ist eine stilistische Korrespondenz zum Haus Nr. 54 b, zur rechten, vorhanden. Das Gebäude ist eingebunden in die Parklandschaft Marienburgs, die aus der Zeit der ersten Erschließung vor der Jahrhundertwende stammt. Das Gebäude ist ein unverzichtbares Element des Ensemble-Bereichs Marienburg. Es ist ferner ein Dokument des privaten Baustils der dreißiger Jahre.

Referenz: 5705


Das Denkmal hat die Nummer 1858 und ist seit dem 23. November 1983 geschützt.

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