Hofanlage Steinneuer Hof

Am Steinneuerhof, 50997 Köln - Rondorf
Errichtet: um 1850


 

Torbogen  mit den Namen des Besitzerpaares W. Claren und C. Mund von 1863,

vierflügelige Hofanlage bestehend aus

  • Herrenhaus,
  • anschließenden Wirtschaftsgebäuden,
  • Stallungen,
  • Scheune
  • Tordurchfahrt.

 

Herrenhaus:

  • zwei Geschosse, sieben Achsen,
  • Backsteinfassade,
  • Hauseingang in der Mittelachse,
  • Satteldach,
  • orig. Fenster (im EG vergittert) mit Schlagläden,
  • orig. Haustüren

 

Rückfront gleichartig, Eingang zum Innenhof mit vierstufiger Treppe.

Im Innern original erhalten:

  • Holztreppe,
  • einige Zimmertüren.

 

Wirtschaftsgebäude, Stallungen, Scheune:

  • ein Geschoß,
  • Backsteinfassaden,
  • Walm- und Satteldächer

 

  • Torbogen in Backstein mit Zugankern und Schlußstein (mit Inschrift und Datum)
  • Holztor.

Bestandteil des Denkmals ist auch der alte Baumbestand vor der Westfassade des Wohnhauses.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Rondorf - als Bestandteil der ehemaligen Gemeinde Rodenkirchen seit 1975 zu Köln gehörig - wurde im Jahre 922 erstmalig als "Rumenthorp" erwähnt. Das Kerngebiet Rondorfs war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Kapellenstraße mit ihren großen Hofanlagen und der kurze Bogen der Rondorfer Hauptstraße, wo ausschließlich kleinere Gehöfte und Wohnhäuser standen.

Noch heute läßt sich hier deutlich die Geschichtlichkeit eines Dorfes in der Umgebung von Köln nacherleben, seine seit dem Mittelalter überlieferte Bedeutung für Kirche und Adel als auch seine Sozialgeschichte. So prägen die großen Höfe - einst in kirchlichem Besitz - auch heute das Erscheinungsbild des Ortes.

Als Zeugnis landwirtschaftlichen Bauens kommt auch dem gegen Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Steinneuerhof Bedeutung zu. Der seit dem Mittelalter bezeugte Hof gelangte nach einer Parzellierung seiner Ländereien 1841 in den Besitz von Wilhelm Claren, der die Hofesgebäude neu errichten ließ. Die geschlossene Hofanlage, die außerhalb des Dorfkerns kurz vor Höningen liegt, hat sich nahezu unverändert erhalten.

Lediglich die ehemalige Scheune wurde zur Trauerhalle des neuen städtischen Friedhofes Steinneuerhof umgebaut, die Stallungen dienen heute teilweise als Lagerräume des Grünflächenamtes.

Die von Grünflächen umgebene Anlage stellt ein unverzichtbares Dokument der historischen Entwicklung Rondorfs dar und ist somit unbedingt erhaltenswert.

Referenz: 0176


Das Denkmal hat die Nummer 177 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Hofanlage Steinneuer Hof> bearbeiten
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