Wohnhaus

Gilbachstr. 13, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1889/90


  • drei Vollgeschosse, Sockelgeschoss(Kellergeschoss)
  • zwei Achsen
  • Backsteinfassade mit Schmuckelementen in Werkstein
  • Stil: Neo Renaissance, venezianisch mit gotischen Elementen

 

Das Haus war wohl ursprünglich als Einfamilienhaus konzipiert.

Das Haus dokumentiert den Typ der Stadtvilla

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nordwestlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Hier in der Nähe des Stadtgartens waren überwiegend Einfamilienhäuser des gehobenen Bürgerstands anzutreffen.

Fassade

Der rechte Gebäudeteil ist als Risalit leicht vorgezogen und wird im ersten Obergeschoß durch einen Balkon mit pallaideanischem Fenster sowie (ausgesetzte) schmiedeeiserne Deckenanker besonders betont.

Das Mauerwerk ist in gelben Ziegeln, die Schmuckelemente in Werkstein ausgeführt, mit dem auch der glatte Sockel verblendet wurde. Durch die mit einem Korbbogen verbundenen Fensterarkaden im ersten Obergeschoß und die maßwerkartigen Oberlicht-Umrahmungen im zweiten Obergeschoß mit darüber liegendem, reich mit Muschelornamenten versehenen Kranzgesims wird stilistisch eine venezianische Renaissance-Fassade erinnert, in der auch noch gotische Elemente, wie die Fensterrose über der Eingangstüre, verwandt wurden.

Dem 19. Jahrhundert verhaftet sind wiederum die korbbogen-artigen Werksteinüberdachungen im Erdgeschoß und die eingesetzten Bossen im ersten Obergeschoß. Decken- und Fenstergesimse schaffen die horizontale Geschoßgliederung.

Im Inneren

  • originale Haustüre
  • Eingang mit Mosaikfliesen
  • Wandstuck und Kassetten
  • Deckenstuck
  • (neuere) Treppe

 

Wohnungen

  • zum Teil sehr schöne Stuckdecken sowohl in dem parkwärts als auch in den zur Straße gelegenen Räumen
  • dekoratives Balkenwerk mit dazwischen liegenden, stuckierten Feldern
  • zum Teil alte, originale Zimmertüren

 

In der Gilbachstraße hat sich im mittleren und südlichen Bereich auf beiden Seiten die alte Bausubstanz erhalten. Eine Verödung der Fassade wurde nur sehr vereinzelt vorgenommen. Dies ist besonders deswegen erforderlich, weil die gediegene Qualität des Materials (z.T. Werksteinfassaden) wie auch der Gestaltung unersetzbare Dokumente des gehobenen bürgerlichen Wohnens darstellen.

Die westliche Straßenseite, in der das Gebäude steht, liegt zum ebenfalls denkmalgeschützten Stadtgarten und faßt diesen (mit zum Teil original erhaltenen Hausgärten) mit historischen Baudenkmälern ein.

Das Gebäude ist deshalb ein unverzichtbarer Teil dieses Straßen- und Parkbereichs.

Referenz: 4040


Das Denkmal hat die Nummer 1679 und ist seit dem 13. Oktober 1983 geschützt.

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