Wohnhaus

Unter den Ulmen 43, 50968 Köln - Marienburg
Errichtet: 1923


Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend geschlossen erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieser Vorort, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert stand auf diesem Gelände der Gutshof Marienburg, auf dessen Gelände Ernst Leybold nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) eine Villenkolonie anlegen ließ.

Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Hermann Olbrich und andere haben hier unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens geschaffen, die zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parks ein wertvolles Erbe der modernen Architektur darstellen.

Die zweigeschossige Villa liegt in einem größeren, mit altem Baumbestand bewachsenen Grundstück. Sie zeichnet sich durch ihre betonte Eingangssituation aus:

  • dreifache Arkade mit achsialem Eingang,
  • darüber drei gleichartige Fenster, die über einem breiten Dachgesims von einem breiten Giebelfeld abgeschlossen werden
  • Stuckornamente über den Fenstern - die zur Gartenseite hin wiederholt werden -
  • Stuckrelief im Giebelfeld (Rebe und Pflanze)

 

 Das Erdgeschoß ist in Kämpferhöhe von einem um das Haus laufenden Gesims geteilt, das den dunklen, in Rauhputz gehaltenen Sockel vom glatt verputzten Obergeschoß trennt.

Die Gartenfassade wiederholt das Arkadenmotiv des Eingangs durch einen breiten Balkon mit Pfeilern, unter dem sich zwei Türen und drei Fenster mit oberem Rundbogenabschluß befinden. Die sich nach unten verjüngenden Pfeiler des Haupteingangs werden hier wiederholt, wie die Fenster der Eingangsfassade im ersten Obergeschoß. Im Dachgeschoß setzt eine reizvolle, halbrunde Dachgaube einen axialen Akzent. Seitlich am Gebäude befinden sich eingeschossige Garagenbauten.

Im Inneren sind erhalten

  • die gebogene Holztreppe mit Holzgeländer,
  • die Türen,
  • größtenteils die Decken mit Hohlkehle
  • die Fenster mit Marmorbänken
  • originaler Kamin mit Maske im Art-Deco-Stil,
  • Fußboden der Eingangshalle in quadratischen Natursteinplatten.

 

Das Haus liegt sehr reizvoll am Ende der Ulmenallee mit Blickrichtung in die Lindenallee  so daß die ausgeprägte Eingangsfassade schon von weitem sichtbar wird. Das außen und innen bemerkenswert gut erhaltene Gebäude ist ein unverzichtbares Beispiel der klassizistischen Moderne der zwanziger Jahre, in der Art-Deco-Ornamentik und neue Sachlichkeit zusammenfließen. Mit seinem weitläufigen Garten ist dieses Haus ein unentbehrlicher Bestandteil des Marienburger Villenvororts.

Referenz: 8822


Das Denkmal hat die Nummer 1628 und ist seit dem 27. September 1983 geschützt.

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