Wohn- und Geschäftshaus

Eifelplatz 4, 50677 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1889


Eckhaus zur Straße Am Duffesbach

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Gebäude liegt am Eifelplatz, einem der wenigen großen Sternplätze der Kölner Neustadt, der seine städtebauliche Gesamtfunktion nicht durch einseitige, verkehrstechnische Maßnahmen verloren hat. Das Haus bildet die Hälfte der Platzwand zwischen der Einmündung der Straße Am Duffesbach und der Eifelstr., gemeinsam mit dem ebenfalls historischen rechten Nachbargebäude. Als höchste Bebauung des Eifelplatzes faßt diese Gebäudegruppe gemeinsam mit der ebenfalls historischen Gebäudegruppe gegenüber zwischen Eifelstraße und Kaesenstr. die Mündung der Eifelstraße ein und bildet damit eine torartige Situation als dominierender Zugang zu den Ringen und zur Altstadt.

Zudem verbindet der Eifelplatz mit seinem teilweise erhalten gebliebenen, ursprünglichen Baumbestand und seiner kreisrunden, zentralen Grünfläche die Volksgartenstr. und Pfälzer Str. mit ihren Baumalleen auf den Mittelstreifen, gestattet deren Richtungsänderung, führt die Eifelstraße als Ausfallstraße geradlinig aus der Neustadt, fängt die Einmündungen der Straßen Am Duffesbach und Kaesenstraße auf und öffnet nicht zuletzt den Übergang vom angrenzenden Park des Volksgartens zum Grün der Straßenzüge.

Eckhaus zur Straße Am Duffesbach

  • vier Geschosse
  • ein Giebelgeschoss
  • fünf Achsen an der Straße Am Duffesbach
  • drei Achsen am Eifelplatz
  • zwei Stuckfassaden

 

Beide Vorderansichten sind in zwei einander entgegengesetzten, aber sich durchdringenden Architekturkonzepten erstellt:

  • Zwischen dem markant gestalteten Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß, das in normaler Verbindung mit dem durchlaufenden Fensterbankgesims am ersten Obergeschoß steht, und dem insbesondere durch seine Auskragung betonten Traufgesims werden das erste bis dritte Obergeschoß als einheitlicher und dominierender Bestandteil des Hauses horizontal zusammengefaßt.
  • Das Erdgeschoß mit seiner Eingangs- und Geschäftsfunktion ist mit seinen rundbogigen Fenster- und Türabschlüssen und derben, rustikalen Abmessungen als tragender Sockel und mit dem Geschäftsleben ein der Straße direkt zugewandter Bereich ausgebildet.

 

Die bergende Funktion des Dachs wurde in seinem unteren Bereich mit einem ungewöhnlich hohen Mansarddach verwirklicht als letztes der horizontalen Elemente, die mit wachsender Höhe an Abmessung und Ausdruckskraft zunehmen und sich dem Betrachter entgegen zu neigen scheinen. Dieser Ästhetik wird als zweites architektonisches Grundelement die nach oben, ihrem Fluchtpunkt zustrebende, sich verjüngende Wirkung der Zentralperspektive entgegen gesetzt, deren Wirkung hervorgehoben wird

  • durch die nach oben geschoßweise abnehmenden Fensterhöhen (am Mansardgeschoß auch geringere Fensterbreiten)
  • die an allen Geschossen gleichartigen, vertikalen Putzvorlagen der Fensterfelder, welche die Gesimse an ihren Rückseiten durchdringen und im Mittelfeld bis in die Zone des Mansardgeschosses aufsteigen.

Die architektonische Lösung der Gebäudeecke ist ohne zusätzliche Gestaltungsmittel erreicht worden: Durch Ausrücken der äußeren Fensterachsen zur Gebäudeecke hin wird in die Symmetrie der Fassaden eingegriffen und damit die Gebäudeecke auf eindrucksvolle Weise hergestellt. Zugleich wird sie entsprechend der beschriebenen, architektonischen Grundauffassung über die um die Gebäudeecke umlaufenden Gesimse in beiden Fronten eingebunden.

Oberhalb des Mansardgeschosses mündet die Vertikalität des Gebäudes in den Graten des abschließenden Walmdachs und in die Aufbauten über den Mittelfeldern. Die Fensterüberdachungen sind durch ornamentale und zum Teil figürlichen Schmuck belebt, der im unteren Bereich entsprechend seiner besseren Sichtbarkeit detaillierter ausgeprägt ist. Die Fensteröffnungen der seitlichen Achsen sind durch Kreuzbalken in Stein, die Fenster im mittleren Bereich durch Kämpfer in Stein zwischen Oberlicht und Flügel aufgeteilt. An der Frontseite Eifelplatz trägt die Attika über dem mittleren Mansardfenster Initialen und Jahreszahl unter einem halbrunden Ziergiebel.

Der Boden des Hausflurs und des Treppenhauses - der Zugang befindet sich in der ersten Achse von links an der Gebäudeseite Am Duffesbach - besteht aus Terrazzo:

  • das Mittelfeld (Gemisch weiß, schwarz, hellbraun und dunkelrot)
  • von einem schwarzweißen Mosaikstreifen, der an den Ecken konvexe Viertelkreisbogen beschreibt,
  • und von einer roten Randrahmung umgeben

 

Die Treppe aus Stein, die einen hohen, reich skulptierten Antrittspfosten und ein Geländer mit Handlauf aus Holz trägt, ist mittig um 180 Grad gewendelt. Die rechteckigen Flächen der Stockwerkpodeste bestehen aus dem gleichen Terrazzomaterial wie das Mittelfeld des Hausflurbodens. Die Wohnungstüren mit Oberlicht und deren Gewände sind aus Holzrahmen und Holzfüllungen gefertigt.

Trotz seiner beträchtlichen Abmessungen steht das Gebäude in der Tradition des Rheinischen Dreifensterhauses - in der Seitenansicht Am Duffesbach bleibt die mittlere Achse als Aufteilung in drei dicht nebeneinander liegende Achsen erhalten - und des Kölner Klassizismus. Im übrigen wurden Gestaltungselemente des Barock (Mansarddach), vor allem aus der Zeit der Renaissance, verwendet und in den städtebaulichen Rahmen der Stübben'schen Neustadtplanung eingebunden zu einer eigenständigen Architektur, die noch den heutigen Anforderungen gerecht wird.

Es wird insbesondere auf die Bedeutung des Gebäudes in städtebaulicher, künstlerischer und wissenschaftlicher Hinsicht und für die Geschichte der Kölner im Sinn des Denkmalschutzes hingewiesen.

Referenz: 3318


Das Denkmal hat die Nummer 1604 und ist seit dem 23. September 1983 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben