Wohnhaus

Lütticher Str. 34, 50674 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1903


Architekt: J. Jäger(?-?)

  • vier Geschosse, Souterrain,  Dachgeschoss
  • rückwärtig rechter und linker Anbau
  • vier Achsen
  • Werkstein-Stuck-Fassade
  • Stil: Historismus

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Fassade

  • Mittelrisalit
  • Toreinfahrt

 

Die einzelnen Vollgeschosse des Objekts wurden in ihrer Straßenansicht bei aller Differenzierung im einzelnen gleichrangig dargestellt. Das Erd- und das Dachgeschoß geben den Vollgeschossen zurückhaltende Rahmung

  • tragende und bewachende Funktion des Erdgeschosses, dargestellt durch die Rustika schwerer Natursteinquaderung als Sockel zu beiden Seiten der zentral angelegten und mit aufwendiger Werksteinfassung betonten Hauseingangs
  • beschützende Funktion des ausgebauten Satteldachs

 

Das erste Obergeschoss mit einer gebänderten, gegenüber dem Souterrain feingliederigeren Rustika und dreiteiligen Stichbogenfenstern, schließt mit einem kräftigen, ununterbrochen durchlaufenden Stockwerkgesims ab, dessen Wirkung durch das parallel laufende Sohlbankgesims am ersten Obergeschoß unterstrichen wird. Zweites bis viertes Obergeschoss tragen gemeinsam einen Putzgrund mit klassizistisch feinem Fugenschnitt.

Darauf sind aus allen Stilbereichen hergeleitete Schmuckrahmungen der Fenster angelegt. Die Umrisse der Fenster sind

  • im ersten Obergeschoss  rechteckig
  • im zweiten und dritten Obergeschoss mit Stichbogen
  • im vierten Obergeschoss rundbogig unter dem schmalen Dachgesims über Zwillings- und Drillingsfenstern abschließend.

 

Inneres

Die Decke des Hausflurs besteht aus mehreren Jochen mit zwei seitlichen, floral ornamentierten Längsstreifen zwischen flachen Bögen, die im Übergang zu den Wänden auf einem Fries aus flechtwerksartigem Schmuck aufliegen, der sich auf den Bögen wiederholt.

Die Wände sind mit grauweißem Marmor belegt, der oben und unten mit einem Streifen aus schwarzgelbem Marmor und über dem Boden mit einer Scheuerleiste aus rotem Marmor abschließt.

Das an der Rückseite des Vorderhauses zentral gelegene Treppenhaus umschließt eine zweiläufige, an den dreieckförmigen Zwischenpodesten angewendelte Treppenanlage aus im unteren Bereich grauweißen Setzstufen aus schwarzgelbem Marmor und aus Terrazzo ab dem zweiten Obergeschoß. Das Geländer besteht aus den Podesten mit Schmiedeeisen (Pflanze mit Blume) geschmücktem Profilstahl und dem Holzhandlauf.

Die Verglasung in der oberen Hälfte der Wohnungsabschlußtüren ist durch ein Oberlicht erweitert. Der kannellierte Türrahmen trägt im oberen Bereich florales Schnitzwerk.

Die Wohnung im zweiten Obergeschoß (Seite zum linken Nachbarn) bezeugt als einziges, vollständig erhaltenes Beispiel mit ihren feinteilig ornamentierten Stuckdecken (Rankenwerk zwischen doppelter Mittelfeldrahmung und zentrale Rosette auch in den Räumen des Anbaus), Parkett und Türen mit deren Gewänden aus Holzrahmenwerk mit Holzfüllungen und originalen Fenstern, den prachtvollen, originalen Ausbau der Wohnungen.

 

Die Rückseite selbst besteht aus einer symmetrisch aufgebauten Hofanlage mit einem rechten und linken Anbau in Klinkermauerwerk.

 

Die Lütticher Straße ist Teil des sogenannten Belgischen Viertels (zwischen Aachener und Venloer Straße gelegen), das seit 1881 nach dem Plan des Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) und des Aachener Professors Karl Henrici (1842-1927) errichtet wurde. Das beschriebene Gebäude ist eines der wenigen, erhalten gebliebenen und daher unverzichtbaren Beispiele der ersten Bebauung jener Zeit.

Referenz: 5900


Das Denkmal hat die Nummer 1567 und ist seit dem 2. August 1983 geschützt.

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