Friedenskirche

Wallstr. 70, 51063 Köln - Mülheim

 

errichtet 1784-1786 (Kirchenschiff)

Architekt: Wilhelm Hellmig

1845-1848 (Turm und geänderte Innenausstattung)

Architekt: Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861)

Wiederaufbau: 60er Jahre

Architekten: C. und K.H. Klag(e) (?)

Die evangelische Friedenskirche wurde 1784 - 1786 nach Plänen von Wilhelm Hellmig in spätbarocken Formen errichtet. Es war ein turmloser Zentralbau, bei dem sich Kranz- und Kreisform durchdringen. Zur Wallstraße war ein kleiner, halbkreisförmiger Hof mit Eckpavillons im Norden und Süden vorgelagert.

1845 - 1848 erhielt der Kirchenbau im Westen einen Vierkantturm mit schmalem Knickhelm nach Plänen von Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861). Das Innere wurde damals im Sinn des romanisierenden Klassizismus verändert.

1910 wurde der Turm verputzt und erhielt eine zweistufige Barockhaube, die der Gestalt des Turms der ersten protestantischen Kirche Mülheims aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden war. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde diese hier begonnene Zurückführung der Kirche in den Barockzustand durch die staatliche Denkmalpflege fortgesetzt.

Dieser Bau mit seiner hervorragenden Ausstattung fiel den Bomben des zweiten Weltkriegs zum Opfer.

Aus den erhaltenen Außenmauern schufen C. und K.H. Klage in den sechziger Jahren einen schlichten protestantischen Kirchenraum neu. 1981 und 1982 wurde die Friedenskirche innen und außen farblich neu gestaltet unter Mitarbeit der Denkmalpflege.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In ihrem äußeren Erscheinungsbild und auch in der "abstrakten" Form des Innenraums ist die ursprüngliche Gestalt der Kirche immer noch wahrzunehmen. Die spätbarocke Bauform ist im heutigen Köln ohne Parallele.

Mülheim war dank seiner Zugehörigkeit zum Territorium der Grafschaft Berg seit der Reformationszeit ein Ort praktizierter Toleranz. Für die Kölner Protestanten wurde es mehrmals zum Zufluchtort. Die Friedenskirche steht somit in einer für die Geschichte der Mülheimer Protestanten wichtigen Tradition: Sie ersetzt die beim Eisgang 1784 vernichtete Kirche des 17. Jahrhunderts und ist als Bau des späten 18. Jahrhunderts die älteste protestantische Kirche des rechtsrheinischen Kölns.

Durch die Einfügung in das Straßennetz des Stadtteils, durch die Anlage des Vorhofs zur Wallstraße, durch den Turm, der allerdings noch der Wiedererrichtung des Dachs harrt, besitzt die Kirche eine hohe städtebauliche Bedeutung. Sie prägt den Straßenzug der Wallstraße und ist zugleich für die Gesamtansicht Mülheims, dem "Konzert der Türme" unverzichtbar.

Referenz: 9232


Das Denkmal hat die Nummer 1555 und ist seit dem 20. Juli 1983 geschützt.

Denkmal <Friedenskirche> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben