Liebfrauenkirche

Regentenstr. 4, 51063 Köln - Mülheim
Errichtet: 1857-1864; Wiederaufbau 1953-1955


Architekt: Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861)

Wiederaufbau: Architekt: Rudolf Schwarz (1897-1991)

Die katholische Pfarrkirche Liebfrauen wurde als neugotische Backsteinbasilika errichtet. Im zweiten Weltkrieg wurde vor allem die Ostpartie (Querschiff und Chor) zerstört, die übrigen Bauteile verloren Gewölbe und Dächer. Nach den Kriegszerstörungen schuf Rudolf Schwarz ein neues Chorhaus in den Maßen des alten Querschiffs als eleganten Betonstützenbau und fügte es mit den erhaltenen und in einfacher Form "reparierten" Westteilen zu einem spannungsreichen Baukörper zusammen.

  • 1958 neue Farbfenster nach Entwürfen von Anton Wendling (1891-1965)
  • 1965 neuer steiler Falthelm auf dem Vierkantturm im Westen ; Entwurf: Maria Schwarz (1927-).
  • 1979/80 neue farbige Fassung des Innenraums

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die ursprüngliche, neugotische Anlage war als Bauwerk des wichtigen Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner von Bedeutung. Die Neugestaltungen durch Rudolf und Maria Schwarz nach den erheblichen Zerstörungen des zweiten Weltkriegs haben Liebfrauen zu einem der wichtigsten Beispiele der sogenannten schöpferischen Denkmalpflege werden lassen. Die Kirche ist somit jetzt Zeugnis für die produktive und kreative Auseinandersetzung mit dem Erbe des 19. Jahrhunderts. Die Gestalt und die Ausstattung sind von hoher Qualität.

Liebfrauen ist der erste neuzeitliche, katholische Kirchenbau Mülheims - Antwort auf das starke Anwachsen der bis 1914 selbständigen bergischen Stadt. Die Kirche entstand in der Abhängigkeit von der alten Schifferkirche St. Clemens. 1864 mußte diese ihren Rang als Pfarrkirche an den Neubau Zwirners abtreten.

Für den Stadtkern Mülheims ist der Kirchenbau von hoher Bedeutung: Er dominiert die Kreuzung Buchheimer Str. / Regentenstr. und vermag durch die Neugestaltung des Chors mit der Marienkapelle den Bereich der Adamsstr. zu beeinflussen. Im "Konzert der Mülheimer Kirchtürme" besitzt die steile Spitze der Liebfrauenkirche die größte Höhe - ein unverzichtbarer Akzent des panoramas des Stadtteils.

Die Unterschutzstellung umfaßt das Gebäude und seine feste und bewegliche Ausstattung, deren Auflistung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.

Referenz: 7353


Das Denkmal hat die Nummer 1552 und ist seit dem 20. Juli 1983 geschützt.

Denkmal <Liebfrauenkirche> bearbeiten
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