Wohn- und Geschäftshaus

Alteburger Str. 39, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1905


  • vier Geschosse mit Giebelgeschoss
  • zwei Achsen
  • Stuckfassade
  • Jugendstil

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt (Südstadt) dokumentiert.

Das Haus mit Giebelgeschoß, Ladenlokal und breiter Toreinfahrt wurde um 1905 errichtet. Das Gebäude zeigt eine zweiachsige Fassade mit in Jugendstil gestaltetem Segmenterker, Balkon und Giebel (erste Achse) und hochrechteckigen Fenstern mit Brüstungsdekor (zweite Achse). Die zweite Achse ist zusätzlich noch von je einem stilisierten Pilaster links und rechts (mit Sockel und Bänderung im ersten Obergeschoß, Kapitell und Kämpfer im dritten) flankiert.

Die ganze Fassadengestaltung dieses schmalen Hauses betont die Vertikale: Die Erkergeschosse zeigen schmale, hochrechteckige Drillingsfenster mit Brüstungs- bzw. Kopf-Dekor. In der Höhe des Kranzgesimses bildet das Erkerdach einen Balkon, über dem die Erkerachse in einem Dreieckgiebel mit einem breiten, rechteckigen Balkonfenster mit Balkontüre gipfelt; in der rechten Achse des Giebel- bzw. Dachgeschosses befindet sich eine Dachgaube.

Das Erdgeschoß, von der übrigen Fassade durch ein schmales Gurtgesims getrennt, weist einen schmalen, hochrechteckigen Hauseingang links und ein Schaufenster eines Ladenlokals rechts von der ersten Achse auf, die zweite Achse ist durch eine breite Hofeinfahrt geöffnet.

Das Haus ist eine interessante, späte Variante des ehemals für Köln typischen Dreifensterhauses mit Hofanbau. Bedingt durch das schmale Baugrundstück und die ästhetischen Anforderungen des Jugendstils (Asymmetrie, plastische Fassadengestaltung) sind die ehemaligen zwei linken Achsen zu einer Erkerachse zusammengezogen, so daß eine zweiachsige Fassade entstand.

Um eine optimale Ausnutzung des schmalen, überlangen Grundstücks zu erreichen, ist der Anbau verlängert und mit einem Querbau in der Mitte versehen, wodurch ein doppelter Hinterhof mit einer zweiten Durchfahrt entstand. Eine solche, mehrhöfige Anlage ist eine typisch großstädtische Erscheinung.

Städtebaulich gehört das Haus in eine geschlossene Straßenfront der Alteburger Straße, die mit Ladenlokalen, Erkern und Giebeln in individueller Gestaltung das Bild eines städtebaulich geschlossenen Ensembles abgibt.

Referenz: 1486


Das Denkmal hat die Nummer 1549 und ist seit dem 11. Juli 1983 geschützt.

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