Wohnhaus

Balthasarstr. 82, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1900


Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

  • fünf Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss
  • drei Achsen
  • Stuckfassade

 

Über dem durch kräftige Bänderung rustizierten Erdgeschoß mit drei tief liegenden Fenstern und einem dicht zum linken Nachbarn hin gerückten, durch einen Gesimsbogen betonten Hauseingang erheben sich vier, in ihrer architektonischen Aussage gleichwertige Vollgeschosse mit flachem, in der Grundform rechteckigen Erker (in den beiden mittleren Achsen), dessen vertikale Führung in drei Dachgauben über dem abschließenden Gesims des Erkers und dem Dachgesims mündet.

Dazu parallel sind sämtliche Fenster der ersten Achse von links um ein vertikales Sprossenfeld breiter als die übrigen Fenster gehalten. Das erste Obergeschoß ist mit einem durchlaufenden Balustradenrelief vor den Fensterbrüstungen, einem feineren Fugenschnitt gegenüber dem des Erdgeschosses, mit Rundbogenfenstern und - übergreifend in das zweite Obergeschoß - durch einen Fries mit stuckierten Brüstungsfeldern dargestellt.

Die Stukkatur des zweiten, dritten und vierten Obergeschosses ist stockwerkübergreifend gehalten: Der gegenüber dem ersten Obergeschoß wiederum verfeinerte Fugenschnitt überzieht das zweite Obergeschoß (mit Erkerzone) und den Erkerbereich des dritten Obergeschosses.

Dieser wird zusätzlich geschmückt

  • mit einer, durch eine geschwungene Überdachung geschützte, Kartusche als zentraler Punkt über den Erkerfenstern des zweiten Obergeschosses,
  • zwei Schlußsteinmasken über den Fenstern des dritten Obergeschosses
  • ein bekrönendes Balustradenrelief am vierten Obergeschoß.

 

In Gegenbewegung greift in diese Form von oben herab mit glattem Putz das vierte Obergeschoß (mit Erkerzone) und das dritte Obergeschoß mit den Feldern rechts und links des Erkers ein. Diese beiden Formen werden überlagert durch zusammenfassende Fensterumrahmungen in der ersten und vierten Achse am zweiten und dritten Obergeschoß, die jeweils stuckierte Blumengebinde über den Fenstern und einen kissenartigen Schmuck auf den Brüstungen der Fenster des dritten Obergeschosses mit einschließt.

Die Stürze der Fenster des zweiten und dritten Obergeschosses sind scheitrecht mit abgerundeten Ecken, die des vierten Obergeschosses halbrund mit nach innen hängenden Ecken, wodurch die darüber liegende Fläche unter den Dachgesimsen betont wird, aus der in der ersten und vierten Achse eine geschwungene Überdachung ein Schmuckfeld ausschneidet und der Form des Dachgesimses zuordnet.

Die Fenster der Vorderansicht und, soweit verblieben, auch die der Rückansicht sind wahrscheinlich in den ersten Nachkriegsjahren stilistisch ähnlich erneuert worden und befinden sich in gutem, funktionalen Zustand.

Städtebaulich gesehen ist das beschriebene Gebäude Bestandteil des Entwurfs von Stadtbaumeister Hermann-Joseph Stübben (1845-1936), der seit 1881 ausgeführt wurde, nachdem die preußische Militärbehörde das Glacis zwischen der mittelalterlichen Stadtmauer und den äußeren Wallanlagen, dem Gebiet der Neustadt, zur Bebauung freigegeben hatte. Das Gebäude liegt in der Nähe eines kleinen, dreieckförmigen Platzes an der Riehler Str., der durch die rechtwinkelige Kreuzung der Balthasarstraße und der Hülchrather Str., deren Einmündungen in die Riehler Straße und die Riehler Straße gebildet wird. Die Straßenflucht ist durch die Bebauung auf der gegenüber liegenden Seite der Riehler Straße geschlossen. Die rechte Straßenflucht wird durch die Abwinkelung hinter der Neusser Straße der bis dahin geradlinig verlaufenden Balthasarstraße geschlossen. Die Wohnlichkeit des Straßenraums geht bei fünfgeschossiger Bauweise und annähernd quadratischem Querschnitt des Straßenraums ohne Baumbestand fast ausschließlich von den wenigen, verbliebenen, historischen Gebäuden aus (Nr. 84,80,72,83 und 85 ohne Fassadenstuck und Nr. 87,89), deren Erhaltung daher besonders großen, städtebaulichen Wert darstellt. Das linke Nachbarhaus (Nr. 84) ist, abgesehen von wenigen Details, in derselben architektonischen Gliederung erstellt worden und in der Farbgebung natürlicher Steinfarben erhalten, wodurch das beschriebene Gebäude in seiner Aussage wesentlich unterstützt wird.

Referenz: 2146


Das Denkmal hat die Nummer 1537 und ist seit dem 28. Juni 1983 geschützt.

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