Wohnhaus

Grafenmühlenweg 18, 51069 Köln - Dellbrück

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Dellbrück und Köln, da es den Ausbau des ehemaligen Dorfs zum Wohnvorort Kölns dokumentiert. Nach der Eingemeindung Dellbrücks in das Kölnische Stadtgebiet (1914) entstanden entlang und in der Nähe der Bergisch Gladbacher Straße eine ganze Reihe kleinerer Ensembles privater wie auch genossenschaftlicher Einfamilien- und Miethäuser, die bis heute das Erscheinungsbild Dellbrücks prägen.

Das zweigeschossige Einfamilienhaus ist ein Teil eines Doppelhauses (mit Nr. 20), das 1921 nach Plänen des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn errichtet wurde. Die dreiachsige Fassade ist fast dekorlos - nur eine Flachnische mit Schlußstein, die das Flachbogenfenster des Giebelgeschosses mit dem rechteckigen Fenster des ersten Obergeschosses zusammenfaßt, Schlagläden (Erdgeschoß, Obergeschoß), Sprossenfenster und Oberlicht des Hauseingangs (zweite Achse) erinnern an die traditionellen Dekorformen. Die ästhetische Qualität ist vielmehr - entsprechend dem damals landesaktuellen Funktionalismus des "Neuen Bauens" - in der Baumasse-Verteilung zu suchen:

Baukernkörper mit einer turmartigen Erhöhung in der ersten Achse (jedoch ohne Frontgiebel, der durch ein zurück versetztes Zeltdach ersetzt wird) - Garagenbaukörper, der um die halbe Breite dem Kernbau vorgesetzt ist. In der Fortführung dieser Zusammensetzung von unterschiedlich großen Baukuben in der anderen Hälfte des Doppelhauses und darüber hinaus - direkt angebunden - in noch zwei anderen, ähnlich konzipierten Doppelhäusern, entsteht eine Rhythmisierung, die eine Vielfalt von Ansichten dieser einheitlichen Anlage anbietet. Die Zurückhaltung bei der Verwendung von Detaildekor und das gemäßigte Spiel mit der Baumassenverteilung weisen auf das Charakteristische dieser Architektur: Den ausgewogenen Kompromiß zwischen Tradition und Moderne.

Ein Vor- und Hintergarten mit Tannen- und Birkenbaum-Bepflanzung sind als Teil des architektonischen Komplexes zu betrachten.

Städtebaulich bildet das Haus - wie schon erwähnt - einen Teil eines Doppelhauses, das seinerseits ein Bestandteil eines Drei-Gebäude-Ensembles darstellt (Grafenmühlenweg 18 - 28), die alle gleich bzw. mit minimalen Unterschieden gestaltet sind. Dieses Ensemble, ergänzt wohl in den dreißiger Jahren durch je ein Haus links und rechts (Nr. 16 bzw. 30, in einer Gestaltung, die die Riphahn'sche Architektur vereinfacht kopiert), prägt wesentlich das Straßenbild dieses Abschnitts des Grafenmühlenwegs.

Referenz: 4240


Das Denkmal hat die Nummer 1534 und ist seit dem 15. Juni 1983 geschützt.

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