Wohn- und Geschäftshaus

Justinianstr. 1, 50679 Köln - Deutz weitere ...
Errichtet: 1914


Architekt: Wilhelm Riphahn (1889-1963)

  • fünf Geschosse
  • Putzfassade
  • Stil: sog. Heimatstil mit Anklängen des Neo Klassizismus


Fassade

Das Erdgeschoß mit insgesamt fünf Ladenlokalen wird geprägt von aneinander gereihten Korbbögen, die in der eingezogenen Ecke im Verlauf der Deutzer Freiheit zu einem Laubengang gestaltet sind.

Die Putzfassade ist durch Geschoßgesimse horizontal gegliedert, das vierte Obergeschoss ist über dem vorkragenden Kranzgesims etwas zurück versetzt.

Die Fassaden in der eingezogenen Ecke werden von Dreieckgiebeln bekrönt, an der Grenze zum Nebenhaus Justinianstr. 3 wird das Satteldach mit einem Treppengiebel abgeschlossen. Die Schauseite des Hauses ist zur Deutzer Freiheit  ausgerichtet und reicher gegliedert als die Fassade zur Justinianstr.

In der dritten und siebten Achse befinden sich trapezförmige, vom ersten bis zum vierten Obergeschoß reichende Erker mit seitlich der Fenster angebrachten Stuckleisten mit floralen Motiven. In der eingezogenen Ecke beginnt in der Mittelachse, oberhalb des breiten Balkons über dem Laubengang, ein rechteckiger, seitlich von Pilastern gerahmter Erker, der bis zum vierten Obergeschoss reicht und von einem Balkon mit Balustradenbrüstung bekrönt wird.

Die Stichbogen- bzw. Rechteckfenster sind von breiten Stuckgewänden gerahmt und überwiegend mit originalen Fensterteilungen versehen.

 

Inneres

Im Inneren des Gebäudeteils Deutzer Freiheit 113 sind in originalem Zustand

  • der Flur mit
  •  grauschwarz ornamentierten Fußbodenfliesen
  • gelben Wandfliesen bis zum halbkreisförmigen Stützbogen
  • Treppenhaus mit
  • Terrazzotreppe
  • Holzgeländer
  • Holzhandlauf
  • hellblauen Wandkacheln entlang der Treppenläufe

 

Im Inneren des Gebäudeteils Justinianstr.1 sind

  • die Flurwände bis zum zweiten Obergeschoß mit gelben Platten vertäfelt
  • darüber mit hellblauen Wandfliesen besetzt
  • die Steintreppe hat
  • Holzgeländer
  • Holzhandlauf.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Objekt ist ein Frühwerk des bekannten Kölner Architekten  Wilhelm Riphahn und zeichnet sich vor allem durch die repräsentative, klar gegliederte Fassade im Heimatstil mit neoklassizistischen Anklängen aus. Im Inneren sind die originalen Ausstattungselemente in den Fluren (Wandverkachelungen, Terrazzo- bzw. Steintreppe, Holzgeländer mit Holzläufen) erhaltenswert.

Insbesondere durch die auffällige Eckgestaltung stellt das Objekt ein städtebaulich dominantes Gebäude innerhalb einer Gruppe weiterer, originaler Bauten im näheren Umkreis dar (Justinianstr. 3, 2; Deutzer Freiheit 114, 112, 110, 106; Graf-Geßler-Str. 4, 6, 8).

Mit dem Bau dieses Objekts wurde die Ringbebauung in diesem Abschnitt (Justinianstr.) eingeleitet. Zusammen mit dem Nebenhaus Nr. 3 und mehreren weiteren, originalen, jedoch weniger vollständig erhaltenen Gebäuden in diesem Straßenabschnitt dokumentiert das Objekt den Bebauungszustand der Deutzer Ringstraße vor dem ersten Weltkrieg.

Referenz: 3043


Das Denkmal hat die Nummer 1533 und ist seit dem 15. Juni 1983 geschützt.

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