Wohnhaus

Eburonenstr. 2, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1905


Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayon-Geländes und somit die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt (Südstadt) dokumentiert. Diese Bebauung nach dem von Hermann Josef Stübben (1845-1936) erstellten Erweiterungsplan von 1881 verlief in mehreren Phasen. Um die Jahrhundertwende entstanden die meisten Häuser, die östlich der Bonner Straße für eine Bevölkerung mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen vorgesehen waren.

  • vier Geschosse
  • ein Giebelgeschoß
  • vier Achsen
  • Stuckfassade

 

Es zeigt eine asymmetrisch akzentuierte reichlich verzierte Fassade im Jugendstil. Die horizontale Gliederung der Fassade in drei Zonen (Erdgeschoß, die drei Obergeschosse, Giebelgeschoß) bringt in die sonst klar dominierende Vertikalität eine Gewichtung, die sich an der klassischen Ordnungsgliederung orientiert (Sockel-, Schaft-Kapitell).

Das Erdgeschoß weist einen niedrigen, gequaderten Sockel auf, darüber unregelmäßige, feine Quaderungsstruktur, vier Flachbogenfenster mit Gewänden und ornamentaler Überdachung und eine phantasievoll gestaltete Portal-Architektur und wird mit einem breiten Gurtgesims in Höhe der Fensterbrüstungen des ersten Obergeschosses abgeschlossen.

Die Mittelzone besteht aus drei Geschossen, die durch flache, gequaderte Bänder je eine Fensterachse zusammenfassen und an jeder Fensterbrüstung mit stilisierten Festons dekoriert sind. In der Brüstungshöhe des zweiten Obergeschosses verbreitert sich die Quaderung horizontal über die ganze Fassade, erweckt jedoch nicht den Eindruck eines Gesimses.

Die asymmetrische Akzentuierung der Fassade entsteht vor allem durch die unterschiedliche Gestaltung der einzelnen Achsen:

  • In der ersten Achse treten die Fenster in tiefen Loggien mit je Geschoß unterschiedlichen Bögenabschlüssen zurück und Brüstungsbalustraden;
  • in der dritten Achse springt ein Erker mit rechteckigen (erstes und zweites Obergeschoß) bzw. rundbogigen Drillingsfenstern (drittes Obergeschoß), einem Balkon mit Zierbalustrade und einem Dreipaß-Ziergiebel in der Dachzone hervor.
  • Die übrigen zwei Achsen (zweite und vierte) zeigen identische Gestaltung - Korbbogenfenster im ersten, rechteckige Fenster im zweiten und Flachbogenfenster im dritten Obergeschoß.

 

Das Kranzgesims ist zu einem gardinenähnlichen Schmuckband geworden, das mit dem Dekor der Zierdachgauben zusammen schmilzt.

Die Jugendstil-Gestaltung der Fassade findet eine Wiederaufnahme auch im Hausinneren -

im Eingangsbereich

  • vegetabil geformte Stützbänder,
  • weißrote Fußboden
  • türkisfarbige Wandfliesen
  • Terrazzotreppe mit Holzgeländer.

Originale Haus-, Wohnungs- und Zimmertüren sowie Fenster vervollständigen das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudeinneren.

 

Städtebaulich bildet das Gebäude ein Glied in der gleichzeitig entstandenen Wohnhäuserfront dieser Verbindungsstraße zwischen dem Maternuskirchplatz und Römerpark. In diesem Ensemble stellt das Haus Nr. 2 eines der dekorreichsten Gebäude dar. In Korrespondenz in Maß und Proportion steht es mit der ganzen Bebauung der Eburonenstraße in engem Zusammenhang.

Referenz: 3188


Das Denkmal hat die Nummer 1526 und ist seit dem 1. Juni 1983 geschützt.

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