Wohn- und Geschäftshaus

Bonner Str. 87, 50677 Köln - Neustadt-Süd

errichtet 1908-1910

Eckhaus; Wohnhaus mit Ladenlokalen

  • vier Geschosse
  • zwei : zwei Achsen

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Endphase der Erstbebauung des südlichen Bereichs der Neustadt (Südstadt) - dieses ehemaligen Rayon-Geländes - dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann Josef Stübben (1845-1936) erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte in mehreren Phasen. Nach dem ersten Weltkrieg wurden auch die letzten, nahe an den preußischen Befestigungsanlagen noch freistehenden bzw. frei gewordenen Grundstücke bebaut.

Das Eckhaus auf winkelförmigem Grundriß um 1908 - 1910 errichtet, ist ein viergeschossiges Doppelgebäude mit Geschäfts- und Ladenlokalen im Erdgeschoß. Die weiße Putzfassade zeigt eine einheitliche, neoklassizistische Gliederung der beiden Hausteile:

  • Das Erdgeschoß ist mit einem schmalen Gesims mit Zahnschnittfries abgeschlossen,
  • das erste und zweite Obergeschoß mittels kannelierten Pilastern zu einer Zone zusammengefaßt und ebenfalls von einem Gurtgesims abgeschlossen.
  • Das dritte Obergeschoß bildet eine Art Attika-Geschoß, über dem sich ein hohes Mansarddach mit zwei aufwinkelig zueinander stehenden, zweigeschossigen Giebeln erhebt.

 

Die schmalen Teilfassaden zum Alteburger Wall bzw. zur Bonner Str. sind spiegelbildlich ausgestaltet

  • zwei Achsen,
  • Erker und  breite Dachgaube in der Mitte
  • und je einer kleineren Dachgaube links bzw. rechts).

 

Die beiden giebelständigen Fassaden gipfeln in je einem teilweise sich überschneidenden, hohen Giebel mit zwei Fenstern und zwei kleinen Dachluken. Die Verwinkelung der Giebel wird durch den Vorsprung eines breiten Erkers links, der sich in der rechten Fassade verläuft und nur als Gurtgesims wahrnehmbar macht, und durch eine Annäherung der beiden Fenster der dritten Achse aufgefangen und zu einer einfachen Ecklinie abgemildert, so daß die Eckfassade der Obergeschosse ein einheitliches Erscheinungsbild abgibt. Das Ladenlokal neben dem unauffällig in die Ecke postierten Eingang weist noch originale Sprossengliederung des Schaufensters mit Oberlicht auf.

Im Innern gehören zur originalen Hausausstattung

  • Terrazzotreppe und -fußboden im Treppenhaus,
  • spärlicher Deckenstuckdekor,
  • Fenster, Zimmer- und Balkontüre
  • Wandfliesen (Bad, Küche) im zweiten Obergeschoß (Bonner Straße),

 

Die städtebaulich interessante Ecklösung erweitert einerseits optisch das Straßenkreuzungsbild (Bonner Straße, Alteburger Wall, Siegfriedstr. (Neustadt-Süd)), andererseits schafft es eine größere Bürgersteigfläche vor den Läden und erhöht somit ihre Attraktivität. In Korrespondenz in Maß, Gliederung und (neoklassizistischem) Stil mit dem Nachbarhaus im Alteburger Wall wird eine geschlossene Hausfront dieser Straße eingeleitet.

Die Aufwinkelung des Hauses Bonner Straße 87 ist auch in der Eckgestaltung des Miethauskomplexes Siegfriedstraße 2 - 4 als Motiv übernommen, wodurch sich der Ensemble-Charakter der Gestaltung dieser Straßenkreuzung verstärkt und die Unverzichtbarkeit dieses Gebäudes für dessen Erhaltung sichtbar wird.

Referenz: 2551


Das Denkmal hat die Nummer 1518 und ist seit dem 19. Mai 1983 geschützt.

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