Pfarrhaus

Immendorfer Hauptstr. 22, 50997 Köln - Immendorf
Errichtet: 1860


Bei dem Objekt (Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde St. Servatius) handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das 1860 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Immendorf. Immendorf kann seine Geschichte zumindest bis in das 10. Jahrhundert zurückführen. 948 jedenfalls gelangten Kirche und Ländereien in den Besitz des Kölner St. Severin Stifts. Der ursprüngliche, ländlich-dörfliche Charakter, der durch die Erschließung des Kölner Umlands als Wohn- und Industriebereich seit dem vorigen Jahrhundert zunehmend beeinträchtigt wurde, konnte im unmittelbaren Bereich um die Kirche noch bewahrt werden. Diesem Bereich ist auch das Pfarrhaus zugehörig. Die Kirche, u.a. auch um 1274 im Liber Valoris erwähnt, konnte offenbar schon bald vor der Mitte des 19. Jahrhunderts der ständig anwachsenden Pfarrgemeinde nicht mehr genügen. Jedenfalls entschließt man sich 1841, die in ihrem älteren Teil wohl noch romanische Kirche durch Anbau einer Saalkirche im Rundbogenstil zu vergrößern, bricht jedoch schließlich 1873 den älteren Bauteil vollständig ab und führt eine umfangreiche Erweiterung und einen Umbau nach Entwürfen von August Lange(1834-?) im Stil der rheinischen Romanik durch.

Nach diesen umfangreichen Arbeiten an der Kirche wurde im Jahr 1860 das Pfarrhaus errichtet. Es belegt, zusammen mit den Bestrebungen nach einem größeren Kirchenneubau, das Anwachsen der zunehmend im Einzugsbereich der nahe gelegenen, expandierenden Großstadt liegenden Dorfgemeinschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

  • zwei Geschosse
  • vier Achsen
  • Backsteinfassade

Das zweigeschossige, vierachsige Gebäude liegt, wie die Kirche, auf einer Anhöhe, zu der eine Treppenanlage empor führt, und weist eine schlichte Backsteinfassade auf. Der Schmuck des Baus beschränkt sich ganz auf ein einfaches Backsteingesims zwischen Erd- und Obergeschoß, Fensterüberfangbogen aus Backstein sowie ein profiliertes Traufgesims. Von besonderem Interesse ist der Dekor von neun Backsteinen (erste Achse links, erste Ziegelzone über dem Sockel des Baus). Dort finden sich die Initialen M und L (Name des Architekten bzw. Baumeisters?), die Jahreszahl 1860 sowie diverse christliche Symbole.

Die Ausstattung im Inneren des Gebäudes ist ganz im Sinn bescheidener Lebensführung gehalten und so ganz auf das Äußere abgestimmt.

Besondere erhaltenswert:

  • originale Hauseingangstüre
  • die polychromen Fußbodenfliesen mit Mosaik-Imitation
  •  originale Holztreppe mit -lauf und Antrittspfosten 
  • Wie vergleichbare Pfarrhausbauten der Zeit ist der Bau nur partiell unterkellert, wobei die Kellergewölbe sowie der Backsteinboden erhalten sind.

 

Obwohl das Gebäude vor ca. 23 Jahren eine Renovierung erfahren hat (u.a. auch im Fensterbereich, an den Zimmertüren und -decken) hat es doch insgesamt seine ursprüngliche Gestalt weitgehend behalten. Gemeinsam mit dem Gotteshaus und angrenzenden Kirchhof prägt das Pfarrhaus das Bild des Immendorfer "Heidenhügels".

Zusammen mit den übrigen, erhaltenen Gebäuden, die den dörflichen Charakter bis heute bewahrt haben (z.B. Zaunhof, Immendorfer Hauptstr. 29), stellt das vorliegende Objekt ein, auch aus städtebaulicher Sicht, wertvolles Denkmal dar.

Referenz: 9741


Das Denkmal hat die Nummer 1481 und ist seit dem 20. April 1983 geschützt.

Denkmal <Pfarrhaus> bearbeiten
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