Kirche St. Josef

Höfestr., 51103 Köln - Kalk

errichtet 1899 - 1902

Architekt: Diözesan-Baumeister Heinrich Renard (1868-1928)

Wiederaufbau 1951-1952

Architekten: Dominikus Böhm (1880-1955)

    Gottfried Böhm (1920-)

Die katholische Pfarrkirche St. Joseph wurde als neugotische Backstein-Hallenkirche mit Querschiff und hohem Turm im Süden erbaut.

1942 - 1943 wurde das Kirchenschiff stark beschädigt, der Turm mit seinem Achteckhelm und den vier Ecktrabanten blieb erhalten.

1951 - 1952 wurde das ruinöse Langhaus zu einer Stufenhalle mit Flachdecken umgeformt. Das Querschiff wurde eliminiert (hier Nebenräume untergebracht). Ein durchlaufendes, neues Satteldach faßt alle Bauteile zusammen.

  • Chor- und Tauf-Fenster Entwürfe: Architekten Böhm (Vater und Sohn)
  • 1952 übrige Verglasung von Heinz Bienefeld (1926-1995)
  • 1964 und 1972 Tabernakel, Kreuz und Leuchter von Toni Zenz (1915-)
  • 1952 Madonna von Elmar Hillebrand (1925-)

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

St. Joseph war vor seiner Kriegsbeschädigung die wohl beste neugotische Kirche des Baumeisters Heinrich Renard, die sich durch großen Formenreichtum auszeichnete. Die Umgestaltung durch die beiden Böhms ließ sie zu einem spannungsreichen Beispiel der "schöpferischen Denkmalpflege" der Nachkriegszeit werden, in dem sich das Stilempfinden der Architekten sehr deutlich und überzeugend dokumentiert. Zur reinen Architekturleistung kommt die qualitätvolle Ausstattung (besonders die Fenster) hinzu. Denkmalwert ist hier die neue gestalterische Einheit der Nachkriegszeit.

Die zweite große katholische Kirche Kalks (1902 Rektorat, 1907 Pfarre) ist symptomatisch für das Wachstum des Industrievororts in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihr Bauplatz, das Gelände des Broicherhofs, wurde von den Bürgern Trimborn gestiftet - ein Beispiel für das Engagement der Kalker Bevölkerung ("Geschichte des Menschen").

Städtebaulich ist St. Joseph ein typischer "Denkmalbau" im Sinne des 19. Jahrhunderts: Gelegen auf einer Straßeninsel mit Einfriedung, also distanziert zur bürgerlichen Bebauung, aber mit der Turmfront als Blickpunkt angelegt für die Josephskirchstraße. Für die Fernwirkung ist der Turm ein unverzichtbarer Bestandteil der Kalker Stadtlandschaft.

Die Unterschutzstellung bezieht sich auf das Bauwerk und seine Umgebung (Einfriedungsbereich) sowie auf seine Ausstattung, deren Auflistung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird.

Referenz: 4768


Das Denkmal hat die Nummer 1413 und ist seit dem 12. April 1983 geschützt.

Denkmal <Kirche St. Josef> bearbeiten
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