Pfarr- und Gemeindehaus

Hochstadenstr. 33, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1900 - 1902


Architekt: Adolf Nöcker (1856-1917)

  • vier Geschosse (ursprünglich drei Geschosse)
  • acht Achsen
  • Stuck- und Putzfassade, Portal und Fenster in Werkstein
  • Stil: Neo Gotik

 

Die Fassade weist eine einheitlich gotische Dekoration und Gliederung auf. In deren Charakter gehört- nach den historischen Vorstellungen Adolf Nöckers - offenbar auch die insgesamt asymmetrische Konzeption 

  • Fenster unterschiedlicher Formengebung und Größe
  • Spitzbogenfenster
  • Zwillingsfenster
  • Drillingsfenster
  • ursprüngliche Giebelgeschosse von links in der
  • ersten Achse
  • in der fünften Achse
  • sechsten Achse
  • siebten Achse
  • Hauseingang in der vierten Achse von links

 

Die Fassade ist in der Grundfläche durchweg mit einem feinen Fugenschnitt überzogen, wobei das Erdgeschoß von den Obergeschossen durch ein abgeschrägtes Gesims abgetrennt ist.

Besonders aufwendig ist das spitzbogige Maßwerkportal eingefaßt, wobei die Bekrönung, eine Kreuzblume, zwei Säulen als Aufsätze der Fialen sowie Dreipaßfriese in das erste Obergeschoß übergreifen.

Neben der feinen Werksteinrustika als Fenstereinfassung und -bekrönung dominieren die gotischen Elemente als Binnengliederung und als Dekor der Fenster (insbesondere

  • sich teils durchdringende Stäbe
  • kantige Kapitelle
  • Dreipässe
  • Vierpässe).

Die zweiflügelige, hölzerne Eingangstüre mit feinem Schnitzwerk, Verglasung und Schmiedeeisen führt in eine fünfachsige Tordurchfahrt mit Kreuzgratgewölben, von der links und rechts die beiden Trakte des Hauses abgehen.

 

Inneres

Es sind erhalten ähnlich wie in historischen Gebäuden anderer Stilrichtung gebräuchliche Elemente

  • Terrazzofußboden mit geometrischem Muster
  • in der Tordurchfahrt
  • schwarze Marmorplatten
  • weiße Fliesen als Wanddekor
  • Terrazzotreppenhaus im linken Trakt
  • Stuckdecken mit einfachem, streng geometrischen Muster in den Räumen
  • profilierte Zimmertüren

 

Die Innenausstattung ist jedoch in rein gotischem Stil gehalten

  • Wohnungseingangstüren mit Spitzbogen
  • hölzernes Treppenhaus im rechten Trakt
  • Fensterverglasung

 

Das Gebäude bildet mit der übrigen, in weiten Teilen erhaltenen, originalen Erstbebauung der Hochstadenstraße ein Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert (Nr. 27, 31, 18, 20, 24, 28, 30). Auch wegen des funktionalen Bezugs zu dem in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelten Gotteshaus ist die Unterschutzstellung des Gebäudes aus der Sicht der Denkmalpflege unabdingbar.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das von dem Kölner Architekt Adolf Nöcker (1856-1917) errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln. Die durch den starken Bevölkerungszuwachs im Lauf des vergangenen Jahrhunderts notwendige Stadterweiterung, die ab 1881 - nach Schleifung des Festungsrings - intensiv vorangetrieben wurde, beinhaltete auch die Erschließung mit Bauten, die dem sakralen Leben Rechnung trugen.

Mit dem Weiterbau des Kölner Doms, der zum nationalen Denkmal wurde, entwickelte sich Köln ab 1842 zu einer Hochburg der Neo Gotik, die u.a. mit den Namen der Architekten Vincenz Statz (1819-1898),  und Friedrich von Schmidt (1825-1991) sowie dem Maler und Zentrumspolitiker Friedrich Baudri (1808-1874) verbunden ist.

Die Herz-Jesu Kirche von Friedrich von Schmidt ist dafür neben St. Agnes und St. Mauritius ein anschauliches Beispiel. Gleiches gilt für das der Herz-Jesu Kirche zugehörige Pfarrhaus, das ebenfalls außen wie innen in rein neugotischem Stil gehalten ist.

 

Referenz: 4759


Das Denkmal hat die Nummer 1412 und ist seit dem 12. April 1983 geschützt.

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