Wohnhaus

Spichernstr. 25, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1885


  • Vorder- und Rückfront: drei Achsen
  • südliche Seitenfront: eine Achse
  • nördliche Seitenfront: zwei Achsen
  • Backsteinfassaden mit Werksteinsockel und -gliederungen
  • Landhausstil

 

Fassaden

  • jeweils einen gering vorspringenden Risalit an Straßen- und rückwärtiger Gartenfront
  • eingeschossig und ausgebautes Drempelgeschoss
  • bewegte zweiteilige Dachlandschaft
  • Walmdach rechtwinklig gekreuzt von Krüppelwalmdach
  • jeweils zwei Dachgauben an Vorder- und Rückfront
  • Fassaden in hellem Klinker

 

Sockelgeschoss

  •  oberer und unterer Basaltabschluss
  •  Basalteinfassung
  • der straßenwärtigen Kellerfenster
  • des unteren Türgewändes

Erdgeschoss:

  • Gliederung der Fassade durch
  • Lisenen
  • ein durchlaufendes Fries in Höhe der oberen Fensterabschlüsse,
  • Fensterbänke in Sandstein
  • Zwillingsfenster an der Straßenfront durch Sandsteinpfeiler voneinander abgegrenzt
  • Gliederung der Stichbögen der Fenster- und Türöffnungen im EG durch Sandstein;
  • zwischen EG und Drempelgeschoss: gestuftes Klinkerfries unterbrochen durch hölzerne Konsolen unterhalb des Fachwerkrahmens des Drempelgeschosses

Drempelgeschoss

  • Zierfachwerk, hölzernes Sprengwerk an den Dacherkern und an der Giebelfassade der Risalite;
  • Dach mit Schiefer gedeckt.
  • Haupteingang in der mittleren Achse der Straßenfront,
  • Haustür kassettiert;
  • Nebeneingang an südlicher Seitenfassade.
  • Fenster stilgerecht erneuert
  • zweiflügelige Fenster mit Oberlicht im EG
  • dreigeteilte breite Fensteröffnungen mit Sprossengliederung im Giebelgeschoss der Risalite
  • vertikal zweigeteilte und sprossierte Fenster der Dacherker.

 

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • Grundriss;
  • Fußbodenfliesen im Hausflur;
  • Holzverblendung der Flurwand bis Hüfthöhe;
  • Treppenhaus in Holz mit originalen Geländerstäben und Antrittspfosten;
  • teilweise originale Zimmertüren (Türgewände und –blätter); Stuckreste.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche –hier architekturgeschichtliche- und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Gebäude Spichernstraße wurde in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als Gärtnerhaus im bereits bestehenden Stadtgarten errichtet. Der Stadtgarten, die älteste erhaltene historische Grünanlage Kölns, wurde in den Jahren 1827-29 von dem stadtkölnischen Gärtner Jakob Greiß angelegt, 1860-1864 von seinem Nachfolger Anton Strauß umgestaltet und schließlich im Zuge der Neustadtanlage und der Verlegung der Bahngleise verkleinert und um 1888 vom städtischen Gartendirektor Adolf Kowallek (1852-1902) wiederum verändert.

Während der frühere Stadtgarten außerhalb der Stadtmauern im grünen Umfeld lag, war er durch die Stadterweiterung der Neustadt ab 1881 ff in eine bebaute Umgebung eingebunden. Ein Wohnhaus des Stadtgärtners innerhalb seines grünen Arbeitsfeldes in unmittelbarer Nachbarschaft der städtischen Bebauung war nunmehr naheliegend. Das o. g. Objekt ist somit ein Dokument der Stadtbaugeschichte, speziell der Kölner Neustadt.

Das Gebäude Spichernstraße 25 bildet zugleich als Gärtnerhaus in Köln eine Besonderheit. In Anpassung an die Gartenanlage baute man ein Wohnhaus in der Art einer Landhausvilla, allerdings in bescheidenen Ausmaßen entsprechend der Position des Gartendirektors als städtischen Bediensteten. Auch wenn es um die Bauzeit mehrere größere Villen in diesem Stil in Köln, vor allem in der Marienburg gab, so ist heute das oben genannte Objekt eins der wenigen noch erhaltenen Bauten dieser Bauart und daher als Dokument von architekturgeschichtlicher Bedeutung für Köln.

Die auf den Standort ausgerichtete Bezugnahme mit einer Schaufront zur Spichernstraße hin mit dem mächtigen Ziergiebel des Risalits und den gekuppelten Fenstern und einer weiteren etwas bescheidener gehaltenen Schaufront auf der Parkseite entlang eines Parkweges zeigt die wohldurchdachte Architektur.

Entsprechend der Bauweise des Historismus, bei der die Tektonik die Fassadengliederung bestimmt, wird die architektonische Gestalt des Baukörpers von den schlicht gehaltenen, tragenden unteren Gebäudepartien zum Drempelgeschoss hin immer feingliedriger.

Städtebaulich bildet das o. g. Objekt einen unverzichtbaren Teil nicht nur an der Spichernstraße oder als Blickfang im Park, sondern auch als markantes Gebäude am Ende der Herwarthstr. und Kamekestr.

Referenz: 8246


Das Denkmal hat die Nummer 140 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

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