Stadtmauerrest mit zwei Türmen

Sachsenring 62a, 50677 Köln - Neustadt-Süd weitere ...
  • errichtet um 1180-1230

 

1.  ausgebauter Halbturm; nördlicher Abschluß des mittelalterlichen Stadtmauerrestes von 1180,

Turm der  Prinzengarde.

  • ehemals Wehrturm, erbaut aus Basalt und Tuff;
  • nach Kriegsbeschädigung zu Wohnzwecken umgebaut.
  • 1982 Wiederaufbau nach Brand,
  • 1985/86 Umbau mit Aufstockung und Ergänzung eines neuen Daches

 

2.  ausgebauter Halbturm; südlicher Abschluß des mittelalterlichen Stadtmauerrestes von 1180,

Turm der "Blauen Funken".

 

erbaut aus Basalt und Tuff

1969/70 Ausbau nach Plänen von Karl Band(1900-1995) unter Verwendung des alten Basaltgemäuers der Stadtmauer, der Fachwerkkonstruktion von der früheren Dombauhütte und Ziegelsteinen vom abgebrochenen Klingelpützgefängnis. 1983 Restaurierung.

3. Stadtmauerrest mit zugehörigem Graben

Zinnenbekrönung; auf der Stadtseite rundbogige Blendarkade

an der Außenseite Reliefplatte, die die Abwehr des Überfalls der erzbischöflichen Partei durch die Bürgerschaft im Jahre 1268 schildert (ursprünglich von 1378, 1886 durch Kopie ersetzt, bei der Sanierung 1982 wiederum durch Kopie ersetzt).

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Das ergibt sich aus Folgendem:

Die dritte Stadterweiterung von 1180 machte Köln zur größten Stadt des Reiches und brachte die letzten, noch außerhalb des Stadtgebietes liegenden, reichen Stifte bzw. Abteien von St. Gereon, St. Pantaleon und St. Severin in den Schutz der damals errichteten, großartigsten und stärksten, deutschen Stadtbefestigung.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert und der damit verbundene enorme Anstieg der Bevölkerung machte eine vierte Stadterweiterung - die Erschließung der Neustadt ab 1881 - notwendig.

Dabei mußte die mittelalterliche Stadtbefestigung bis auf wenige Reste abgebrochen werden. Mauerreste, jeweils mit zwei Halbtürmen, blieben am Hansaring sowie am Sachsenring erhalten, wo sich mit dem sogenannten Ulredenkmal übrigens auch das älteste historische Denkmal der deutschen Kunst befindet. Hier stellt das o.g. Objekt einen wichtigen, integralen Bestandteil dar. Obwohl von seiner Originalsubstanz heute nur noch wenig erhalten ist, bleibt es dennoch unverzichtbar als Zeugnis für die Flächenausdehnung der damals größten Stadt im deutschen Kulturraum sowie als hochrangiges Baudenkmal in stadtbau- und wehrbaugeschichtlicher Hinsicht.

Referenz: 7708


Das Denkmal hat die Nummer 132 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Stadtmauerrest mit zwei Türmen> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben