Stadtbefestigungsturm/ ehem. Windmühle (Ulrepforte)

Sachsenring 42, 50677 Köln - Neustadt-Süd
  • errichtet  erstes Drittel des 13. Jhdts.

 

  • Ende des 14. Jh. Zumauerung der Durchfahrt und somit Verlust der Torfunktion;
  • im 2. Drittel des 15. Jh. Umbau zur Mühle (Mühlenturm hinter dem nördlichen Flankenturm, an der Stadtseite Umgang auf von 8 Pfeilern gestützten Kreuzgewölben)
  • in der Neuzeit Errichtung der Caponnière aus Ziegelstein mit Geschützständen in zwei Geschossen;
  • 1885/86 von Vincenz Statz (1819-1898)restauriert und ergänzt durch Aufsatz mit helmbedachter, hölzerner Aussichtsgalerie

 

nach Kriegsbeschädigung ca. 1955/59 Instandsetzung,

  • im 1. Bauabschnitt durch Karl Band (1900-1995)
  • im 2. Bauabschnitt durch das Hochbauamt der Stadt Köln,
  • in den 80er Jahren verschiedene Restaurierungsmaßnahmen

 

Material:

  • am Doppelturmtor im unteren Bereich Basaltmauerwerk mit Tuff,
  • darüber Verblendung mit Tafelbasalt;
  • am Mühlenturm Säulenbasalt- und Tuffsteinschichten im Wechsel.


Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutz-gesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städte-bauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Das ergibt sich aus Folgendem:

Die dritte Stadterweiterung von 1180 machte Köln zur größten Stadt des Reiches und brachte die letzten noch außerhalb des Stadtgebietes liegenden reichen Stifte bzw. Abteien von St. Gereon, St. Pantaleon und St. Severin in den Schutz der damals (1180-1250) errichteten großartigsten und stärksten deutschen Stadtbefestigung.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert und der damit verbundene enorme Anstieg der Bevölkerung machte eine vierte Stadterweiterung – die Erschließung der Neustadt ab 1881 – notwendig. Dabei mußte die mittelalterliche Stadtbefestigung bis auf wenige Reste abgebrochen werden. Zu diesen Relikten gehört die Ulrepforte – das schmalste Kölner Stadttor, das seinen Namen von den Töpfern (altkölnisch: Uler oder Üler) erhielt, die im Mittelalter in dieser Gegend ansässig waren.

Der Bau, der den Typus des Doppelturmtores repräsentiert, und von allen Torbauten der Kölner Stadtbefestigung die durchgreifendsten Veränderungen erfahren hat, verlor auch bereits im 14. Jh. seine Torfunktion.

In den 50er Jahren wurde die Ulrepforte instandgesetzt und dabei von den Zutaten des 19. Jahrhunderts großenteils befreit. Im im Zuge der 1885/86 unter der Leitung des damaligen Dombaumeisters Vincenz Statz (1819-1898) durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen war die Ulrepforte im Auftrag des damaligen Eigentümers, des Kommerzienrates Guilleaume, zu einer Gaststätte ausgebaut worden.


Als wichtiger Bestandteil der in Resten erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer und somit als Zeugnis für die Flächenausdehnung der damals größten Stadt im deutschen Kulturraum sowie als hochrangiges Baudenkmal in stadtbau- und wehrbaugeschichtlicher Hinsicht wird die Ulrepforte zu einem unverzichtbaren Dokument.


Referenz: 7707

Weitergehende Informationen zur Ulrepforte siehe hier


Das Denkmal hat die Nummer 131 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

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